# Gdynia rüstet für 400-Meter-Schiffe auf

**Category:** Branchennews  |  **Source:** ICTSI  |  **Published:** 2026-09-10  |  **Updated:** 2026-09-12

**Tags:** Gdynia, Baltic Container Terminal, BCT, ICTSI, MSC Venice, Ostsee, Containerhafen, Hafeninfrastruktur, 400-Meter-Schiffe, Seefracht, Polen, Containerverkehr, Ostseehäfen, Logistik News, Transport News, Fracht News, Speditions News, Supply Chain News, Zoll News, Frachtportal News, Schienentransport, Digitalisierung

> Neue Kaianlagen, Kranbahnen und Umschlaggeräte machen Gdynia fit für sehr grosse Containerschiffe. Damit wächst auch der Wettbewerb um Ladung aus Mittel- und Osteuropa.

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Im polnischen Hafen Gdynia ist die zweite Ausbauphase des Baltic Container Terminal abgeschlossen. Insgesamt wurden in beide Projektphasen mehr als 84 Millionen US-Dollar investiert.

Zum Ausbau geh&ouml;ren zus&auml;tzliche Kaiabschnitte, neue Kranbahnen, st&auml;rker belastbare Terminalfl&auml;chen und modernisierte Anlagen. Fertiggestellt wurden die Arbeiten bereits Ende Juni 2026.

Auch beim Umschlag wurde aufger&uuml;stet. Das Terminal erhielt zwei neue Containerbr&uuml;cken, zwei mobile Hafenkr&auml;ne und acht gummibereifte Portalkr&auml;ne. Damit kann BCT sowohl am Schiff als auch auf dem Terminalgel&auml;nde mehr Container bewegen.

Ein Teil der neuen Kr&auml;ne wurde &uuml;ber Polens nationalen Aufbau- und Resilienzplan mitfinanziert.

Dass die neue Infrastruktur funktioniert, wurde beim Erstanlauf der MSC Venice gleich praktisch getestet. Das Schiff ist 399 Meter lang und verf&uuml;gt laut ICTSI &uuml;ber eine Kapazit&auml;t von 18&rsquo;500 TEU; f&uuml;r die Schiffe der London-Klasse werden andernorts 16&rsquo;652 TEU als Maximum genannt. Es war damit das gr&ouml;sste und l&auml;ngste Containerschiff, das bisher in Gdynia abgefertigt wurde.

Damit kann der Hafen nun die gr&ouml;ssten Containerschiffe aufnehmen, die regelm&auml;ssig in der Ostsee verkehren.

Daf&uuml;r war nicht nur der Ausbau des Terminals notwendig. Im Hafen wurden zus&auml;tzlich die Gew&auml;sser vertieft, der Helskie-Kai umgebaut und das Wendebecken Nummer 2 erweitert. Ein knapp 400 Meter langes Schiff muss schliesslich nicht nur an den Kai passen, sondern auch sicher in den Hafen hinein und wieder hinaus kommen.

Die erste Projektphase umfasste einen 400 Meter langen Kai mit einer Wassertiefe von 15,5 Metern. Dazu kamen 1&rsquo;171 Meter Kranbahnen sowie neue Zufahrten, Leitungen und wasserbauliche Anlagen.

Gdynia wird damit als direkter Anlaufpunkt f&uuml;r Asienverkehre interessanter. Das Terminal wird bereits vom Britannia-Dienst von MSC angelaufen, der Asien mit Nordeuropa verbindet.

F&uuml;r die deutschen Ostseeh&auml;fen ist das zumindest indirekt neue Konkurrenz. L&uuml;beck, Rostock und Kiel sind zwar keine klassischen Deep-Sea-Containerh&auml;fen wie Gdynia. Sie verdienen aber ebenfalls an Feederverkehr, Bahntransporten, RoRo-Verbindungen und Ladung aus dem Ostseeraum.

Wenn mehr Container direkt in Polen gel&ouml;scht werden, muss ein Teil dieser Ladung nicht mehr &uuml;ber andere H&auml;fen und zus&auml;tzliche Feeder- oder Landverkehre laufen. Gdynia kann dadurch mehr Transporte aus Polen sowie aus Mittel- und Osteuropa an sich binden.

Auch Hamburg und Bremerhaven k&ouml;nnten den Ausbau sp&uuml;ren. Bisher wird viel Ladung f&uuml;r Polen zuerst in grossen Nordseeh&auml;fen gel&ouml;scht und anschliessend per Feeder, Bahn oder LKW weitertransportiert. Direkte Grossschiffsanl&auml;ufe in Gdynia k&ouml;nnen solche Umwege teilweise ersetzen.

Das wird sicher nicht von heute auf morgen s&auml;mtliche Warenstr&ouml;me ver&auml;ndern. Aber Gdynia hat jetzt die technische Grundlage, bei grossen Reedereien deutlich ernster mitzureden.

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F&uuml;r uns Spediteure bedeutet der Ausbau erstmal eine zus&auml;tzliche Routingm&ouml;glichkeit f&uuml;r Polen und Teile von Mittel- und Osteuropa.

Bei Importen aus Asien kann ein Direktanlauf in Gdynia interessant sein, wenn die Ware sowieso nach Polen, Tschechien, in die Slowakei oder weiter Richtung Osteuropa muss. Dann f&auml;llt unter Umst&auml;nden ein Feedertransport &uuml;ber Hamburg oder Bremerhaven weg.

Entscheidend bleibt aber der gesamte Transport und nicht nur der Seeweg. Man sollte deshalb auch Bahnverbindungen, LKW-Kapazit&auml;ten, Terminalzeiten und m&ouml;gliche Zusatzkosten vergleichen.

Ein direkter Anlauf ist nicht automatisch schneller. Wenn die Hinterlandverbindung nicht passt oder Container l&auml;nger im Terminal stehen, ist der Vorteil schnell wieder weg.

F&uuml;r Sendungen nach Norddeutschland d&uuml;rften Hamburg und die deutschen Ostseeh&auml;fen weiterhin oft sinnvoller sein. Bei Ladung mit Ziel Polen oder Osteuropa wird Gdynia aber definitiv interessanter.

Kurz gesagt: Gdynia ist jetzt technisch bereit f&uuml;r die ganz grossen Schiffe. F&uuml;r Spediteure gibt es dadurch mehr Auswahl – und f&uuml;r die umliegenden H&auml;fen etwas mehr Druck.

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- Das Baltic Container Terminal hat die zweite Phase seines Ausbauprogramms abgeschlossen.

- Die Arbeiten wurden Ende Juni 2026 fertiggestellt.

- Beide Projektphasen zusammen kosteten mehr als 84 Millionen US-Dollar.

- Gebaut wurden zus&auml;tzliche Kaiabschnitte und neue Kranbahnen.

- Terminalfl&auml;chen und weitere Anlagen wurden modernisiert und verst&auml;rkt.

- BCT erhielt zwei neue Containerbr&uuml;cken.

- Zus&auml;tzlich wurden zwei mobile Hafenkr&auml;ne und acht gummibereifte Portalkr&auml;ne beschafft.

- Die erste Ausbauphase umfasste einen 400 Meter langen Kai mit 15,5 Metern Wassertiefe.

- Insgesamt wurden in der ersten Phase 1&rsquo;171 Meter Kranbahnen gebaut.

- Die MSC Venice ist 399 Meter lang und verf&uuml;gt laut ICTSI &uuml;ber eine Kapazit&auml;t von 18&rsquo;500 TEU; f&uuml;r die Schiffe der London-Klasse werden andernorts 16&rsquo;652 TEU als Maximum genannt.

- Sie war das bisher gr&ouml;sste und l&auml;ngste Containerschiff im Hafen von Gdynia.

- BCT kann nun Schiffe mit einer L&auml;nge von bis zu 400 Metern bedienen.

- Der Hafen vertiefte daf&uuml;r seine Gew&auml;sser und erweiterte das Wendebecken Nummer 2.

- BCT wird bereits vom Britannia-Dienst von MSC angelaufen.

- Der Ausbau st&auml;rkt Gdynia bei Direktverkehren zwischen Asien und Mittel- beziehungsweise Osteuropa.

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