# Strasse von Hormus: Offen, geschlossen oder einfach zu riskant?

**Category:** Operational Alerts  |  **Source:** Frachtportal Redaktion  |  **Published:** 2026-06-21  |  **Updated:** 2026-06-24

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> Iran erklärt die Strasse von Hormus für geschlossen, die USA widersprechen. Für Reeder zählt aber vor allem die Praxis: Der Verkehr bleibt stark eingeschränkt.

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Bei der Strasse von Hormus weiss derzeit kaum jemand, was am n&auml;chsten Tag gilt. Fast t&auml;glich kommen neue Meldungen, Vereinbarungen und Gegendarstellungen.

Iran erkl&auml;rte die Meerenge am 20. Juni erneut f&uuml;r geschlossen. Die iranischen Streitkr&auml;fte begr&uuml;nden dies mit Verst&ouml;ssen gegen das vorl&auml;ufige Abkommen mit den USA und den erneuten K&auml;mpfen im Libanon. Schiffe wurden gewarnt, sich der Meerenge nicht zu n&auml;hern.

Die USA stellen die Lage genau anders dar. Das US-Zentralkommando erkl&auml;rt, Iran kontrolliere die Meerenge nicht und der internationale Schiffsverkehr laufe weiter. F&uuml;r den 20. Juni meldeten die USA 55 Handelsschiffe und mehr als 17 Millionen Barrel &Ouml;l, die Hormus passiert h&auml;tten.

Wer hat nun recht?

Aus Sicht eines Spediteurs ist diese Frage fast zweitrangig. Entscheidend ist, ob eine Reederei das Risiko &uuml;bernimmt, ob die Besatzung fahren darf und ob der Versicherer Deckung gibt.

Eine Meerenge muss nicht mit einer Kette versperrt sein, um f&uuml;r den kommerziellen Verkehr praktisch auszufallen. Bereits eine Warnung vor Angriffen, Minen oder Beschlagnahmungen reicht aus, damit Reedereien Fahrten verschieben und Versicherer hohe Zuschl&auml;ge verlangen.

Die verf&uuml;gbaren Schiffsdaten zeigen weiterhin einen stark eingeschr&auml;nkten und unregelm&auml;ssigen Verkehr. Je nach Tracker, Zeitraum und Erfassungsmethode unterscheiden sich die Zahlen allerdings deutlich. Eine exakte Zahl f&uuml;r den laufenden Tag sollte deshalb mit Vorsicht behandelt werden.

Klar ist: Von einem normalen und verl&auml;sslich planbaren Verkehr kann keine Rede sein. Einzelne Schiffe k&ouml;nnen passieren, w&auml;hrend grosse Teile der kommerziellen Flotte die Route trotzdem meiden.

Das wirkt sich weit &uuml;ber den Persischen Golf hinaus aus. &Ouml;l- und LNG-Transporte werden teurer, Bunkerpreise reagieren empfindlich und Reedereien verlangen zus&auml;tzliche Risiko- oder Kriegszuschl&auml;ge. Auch Lieferzeiten und verf&uuml;gbare Kapazit&auml;ten bleiben schwer kalkulierbar.

Wichtig ist zudem: Die Strasse von Hormus und das Rote Meer sind zwei unterschiedliche Krisengebiete. Eine Beruhigung bei Hormus bedeutet nicht automatisch, dass Reedereien sofort wieder durch das Rote Meer und den Suezkanal fahren.

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F&uuml;r Verlader und Spediteure gilt weiterhin: Transporte in den Persischen Golf nicht mit normalen Laufzeiten planen.

Eine Buchungsbest&auml;tigung bedeutet noch nicht automatisch, dass das Schiff tats&auml;chlich durch Hormus f&auml;hrt. Deshalb sollten Abfahrten, Umladungen, Zuschl&auml;ge und m&ouml;gliche Alternativen direkt mit der Reederei gepr&uuml;ft werden.

Bei Angeboten geh&ouml;ren m&ouml;gliche Kriegsrisiko-, Versicherungs- und Bunkerzuschl&auml;ge klar erw&auml;hnt. Fixpreise &uuml;ber l&auml;ngere Zeit sind in dieser Lage riskant.

Kurz gesagt: Politisch ist umstritten, ob Hormus offen oder geschlossen ist. F&uuml;r die Logistik z&auml;hlt aber etwas anderes: Die Route ist weiterhin unsicher und nur eingeschr&auml;nkt planbar.

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- Iran erkl&auml;rte die Strasse von Hormus am 20. Juni 2026 erneut f&uuml;r geschlossen.

- Die iranischen Streitkr&auml;fte warnten Schiffe vor einer Ann&auml;herung an die Meerenge.

- Iran begr&uuml;ndet die Massnahme mit der Lage im Libanon und aus seiner Sicht nicht erf&uuml;llten Vereinbarungen.

- Das US-Zentralkommando bestreitet, dass die Meerenge geschlossen ist.

- Die USA meldeten f&uuml;r den 20. Juni 55 durchgefahrene Handelsschiffe.

- Diese Schiffe sollen mehr als 17 Millionen Barrel &Ouml;l transportiert haben.

- Unabh&auml;ngige Schiffsdaten zeigen seit Beginn der Krise einen stark reduzierten und schwankenden Verkehr.

- AIS-Daten bilden den Verkehr nicht vollst&auml;ndig ab, weil Schiffe ihre Sender abschalten k&ouml;nnen oder Daten versp&auml;tet erfasst werden.

- Reedereien entscheiden nicht nur nach der politischen Erkl&auml;rung, sondern nach Sicherheitslage und Versicherungsschutz.

- Einzelne Durchfahrten bedeuten deshalb noch keinen normalen Schiffsverkehr.

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