# US-Zölle im Tagesrhythmus: Brasilien startet, globale Lösung bleibt offen

**Category:** Zoll  |  **Source:** Frachtportal Redaktion  |  **Published:** 2026-07-22  |  **Updated:** 2026-07-27

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> Brasilien trifft seit 22. Juli ein neuer US-Zoll. Zwei Tage später endet der globale Zuschlag. Für Importeure beginnt erneut das Warten auf die nächste Zollregel.

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Die US-Zollpolitik wechselt derzeit fast schneller, als Spediteure und Zollagenten ihre Stammdaten aktualisieren k&ouml;nnen.

Seit dem 22. Juli 2026 gilt f&uuml;r einen grossen Teil der Waren mit Ursprung Brasilien ein zus&auml;tzlicher US-Zoll von 25 Prozent. Grundlage ist Section 301 des US-Handelsgesetzes. Diese Regel erlaubt Gegenmassnahmen gegen Handelspartner, deren Praktiken von den USA als unfair oder diskriminierend eingestuft werden.

Der Zoll gilt grunds&auml;tzlich f&uuml;r brasilianische Waren, enth&auml;lt jedoch zahlreiche Ausnahmen. Dazu geh&ouml;ren unter anderem bestimmte Rohstoffe, Pharmawaren, zivile Luftfahrtprodukte und Waren, die bereits unter einzelne Section-232-Z&ouml;lle fallen. Entscheidend ist deshalb nicht nur das Ursprungsland, sondern die genaue US-Zolltarifnummer.

F&uuml;r bereits verschiffte Waren gibt es eine enge Transitregel. Die Ware muss vor dem 22. Juli um 00:01 Uhr US-Ostk&uuml;stenzeit auf das letzte Transportmittel verladen worden sein. Zus&auml;tzlich muss die Einfuhr sp&auml;testens vor dem 29. Juli um 00:01 Uhr erfolgen. Nur dann kann die Ausnahme genutzt werden.

Gleichzeitig l&auml;uft am 24. Juli um 00:01 Uhr der allgemeine Section-122-Zuschlag von 10 Prozent aus. Dieser Zoll wurde am 24. Februar f&uuml;r maximal 150 Tage eingef&uuml;hrt. Ohne Verl&auml;ngerung durch den US-Kongress endet die Rechtsgrundlage automatisch.

F&uuml;r brasilianische Waren entsteht damit eine spezielle &Uuml;bergangsphase: Am 22. und 23. Juli k&ouml;nnen der alte Zuschlag von 10 Prozent und der neue Brasilien-Zoll von 25 Prozent gleichzeitig anfallen. Ab dem 24. Juli f&auml;llt der Section-122-Anteil nach heutigem Stand weg.

Was danach kommt, ist noch offen. Die US-Handelsvertretung USTR hat bereits neue Section-301-Z&ouml;lle gegen 60 Volkswirtschaften vorgeschlagen. Vorgesehen sind je nach Land 10 oder 12,5 Prozent. Auch die Schweiz geh&ouml;rt zum Verfahren und w&uuml;rde nach dem bisherigen Vorschlag in die Gruppe mit 12,5 Prozent fallen. Diese Z&ouml;lle sind aber noch nicht in Kraft.

Genau hier liegt das Problem f&uuml;r die Praxis: Ank&uuml;ndigung, Vorschlag, Beschluss und tats&auml;chliches Inkrafttreten werden in vielen Meldungen vermischt. Wer mit veralteten Informationen kalkuliert, riskiert falsche Einstandspreise und Nachbelastungen.

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Bei US-Sendungen reicht es derzeit nicht mehr, nur Ursprung und Zolltarifnummer einmal zu pr&uuml;fen.

Die Dispo muss zus&auml;tzlich kl&auml;ren:

- Wann erfolgt die Einfuhr zur &Uuml;berf&uuml;hrung in den freien Verkehr?

- Befindet sich die Ware bereits auf dem letzten Transportmittel?

- Greift eine Transitregel?

- Ist das Produkt in einer Ausnahmeliste aufgef&uuml;hrt?

- Werden mehrere zus&auml;tzliche Z&ouml;lle kumuliert?

- Wer tr&auml;gt die Mehrkosten gem&auml;ss Lieferbedingung und Kaufvertrag?

Entscheidend ist grunds&auml;tzlich die sogenannte &bdquo;Entry for Consumption&ldquo;, also die Einfuhr zum Verbrauch, beziehungsweise die Entnahme aus einem Zolllager. Das Ankunftsdatum des Schiffes, der Abflug oder das Rechnungsdatum allein sind nicht ausschlaggebend.

F&uuml;r Verlader bedeutet dies: Offerten mit US-Bezug sollten momentan nur mit Zollvorbehalt abgegeben werden. Bei DDP-Gesch&auml;ften tr&auml;gt der Verk&auml;ufer ein besonders hohes Risiko, weil er h&auml;ufig als Importeur oder wirtschaftlicher Kostentr&auml;ger auftritt.

Kurz gesagt: Wer US-Verkehre abwickelt, muss die Zollentwicklung aktuell fast t&auml;glich pr&uuml;fen – und darf mit angek&uuml;ndigten Zolls&auml;tzen noch nicht wie mit geltendem Recht kalkulieren.

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- Der neue Brasilien-Zoll betr&auml;gt 25 Prozent.

- Er gilt seit dem 22. Juli 2026 um 00:01 Uhr US-Ostk&uuml;stenzeit.

- Rechtsgrundlage ist Section 301 des Trade Act von 1974.

- Der Zoll gilt breit f&uuml;r brasilianische Waren, enth&auml;lt aber umfangreiche Ausnahmen.

- Eine Transitregel gilt f&uuml;r rechtzeitig verladene Waren, die vor dem 29. Juli eingef&uuml;hrt werden.

- Der globale Section-122-Zuschlag von 10 Prozent l&auml;uft am 24. Juli 2026 um 00:01 Uhr aus.

- W&auml;hrend der &Uuml;berschneidung k&ouml;nnen auf betroffene Brasilien-Waren 35 Prozent zus&auml;tzlicher Zoll anfallen.

- Neue globale Section-301-Z&ouml;lle von 10 beziehungsweise 12,5 Prozent sind bislang nur vorgeschlagen.

- F&uuml;r Waren aus der Schweiz sind nach dem bisherigen Vorschlag 12,5 Prozent vorgesehen.

- Ein endg&uuml;ltiges Startdatum und die definitive Ausgestaltung der globalen Nachfolgeregelung wurden noch nicht ver&ouml;ffentlicht.

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