EU und Mercosur öffnen neue Wege für den globalen Warenverkehr
Im Januar 2026 haben die Europäische Union und die Mercosur Staaten einen handelspolitisch wichtigen Schritt vollzogen. Nach jahrelangen Verhandlungen wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, das den Austausch von Waren zwischen Europa und Südamerika deutlich vereinfachen soll.
Kern des Abkommens ist der schrittweise Abbau von Zöllen auf tausende Industrie und Agrarprodukte. Betroffen sind unter anderem Maschinen, Fahrzeuge, Chemieprodukte, Fleisch, Zucker, Soja und Wein. Für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks sinken damit die Importkosten spürbar.
Aus logistischer Sicht bringt das Abkommen Bewegung in bestehende Lieferketten. Fachverbände rechnen mit einem klaren Anstieg des Seefrachtvolumens zwischen europäischen Häfen und wichtigen Umschlagplätzen in Brasilien und Argentinien. Auch die Nachfrage nach Luftfracht für zeitkritische Güter dürfte zulegen, insbesondere bei Ersatzteilen und hochwertigen Industriewaren.
Häfen, Reedereien und Spediteure bereiten sich bereits auf höhere Mengen vor. Erste Prognosen gehen davon aus, dass der Warenverkehr zwischen den Regionen mittelfristig um bis zu 20 Prozent wachsen kann. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Zollabwicklung, Dokumentation und digitale Prozesse, da neue Warenströme effizient gesteuert werden müssen.
Politisch wird das Abkommen als Signal für offenen Handel in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft gewertet. Wirtschaftlich eröffnet es Exporteuren neue Absatzmärkte und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit auf beiden Kontinenten.
Fakten Listen Beweise
• Zollabbau für über 90 Prozent der gehandelten Produktgruppen
• Erwarteter Anstieg des Seefrachtvolumens zwischen EU und Mercosur um rund 15 bis 20 Prozent
• Wichtige Exportgüter aus der EU sind Maschinen, Fahrzeuge und Pharmazeutika
• Zentrale Exporte aus Mercosur sind Agrarprodukte und Rohstoffe
• Stärkere Auslastung von Atlantikrouten und Hafeninfrastruktur erwartet
Für die Frachtportal User
Das Freihandelsabkommen verändert die Spielregeln im transatlantischen Handel. Verlader profitieren von tieferen Zöllen und neuen Beschaffungsmöglichkeiten. Spediteure und Logistikdienstleister müssen sich auf steigende Volumen, neue Routen und komplexere Zollprozesse einstellen. Für Privatpersonen kann das Abkommen langfristig tiefere Preise und eine grössere Produktauswahl bedeuten. Indirekt gewinnt auch die Digitalisierung an Bedeutung, da effiziente Zollabwicklung ohne digitale Systeme kaum machbar ist.
Quellen
Europäische Kommission. ec.europa.eu
Mercosur Secretariat. mercosur.int
Logistik Heute. logistik-heute.de
Neue Zürcher Zeitung. nzz.ch
