Rotes Meer bleibt Risikozone und zwingt Reedereien zum Umdenken
Die grossen Containerreedereien halten auch im Januar 2026 grösstenteils an ihren Umfahrungen des Roten Meeres fest. Statt durch den Suezkanal fahren viele Dienste weiterhin über das Kap der Guten Hoffnung. Die Sicherheitslage entlang der Route zwischen dem Golf von Aden und dem nördlichen Roten Meer bleibt angespannt. Reedereien sprechen nicht mehr von kurzfristigen Ausnahmen, sondern von dauerhaft angepassten Netzwerken.
Mehrere Carrier bleiben vorsichtig,planen aber eine schrittweise Rückkehr zur Suezroute, sofern definierte Sicherheitskriterien erfüllt bleiben. Angriffe auf Handelsschiffe, erhöhte Versicherungsprämien und militärische Eskalationsrisiken führen dazu, dass Sicherheit klar vor Effizienz gestellt wird. Die Umfahrung Afrikas gilt aus operativer Sicht als verlässlicher, auch wenn sie deutlich länger ist.
Für die Relation Asien Europa bedeutet dies spürbare Konsequenzen. Die Transitzeit verlängert sich je nach Abfahrtshafen um zehn bis vierzehn Tage. Gleichzeitig steigen die Kosten für Treibstoff und Chartertonnage. Fahrpläne müssen neu kalkuliert werden und Pufferzeiten gewinnen wieder an Bedeutung.
Maersk und andere grosse Linienreedereien erklären, dass ihre Kunden frühzeitig planen sollen. Die Netzwerke seien stabil, aber langsamer. In der Praxis führt dies zu veränderten Ankunftsfenstern in europäischen Häfen, einer höheren Belastung von Lagerflächen und einer geringeren Umlaufgeschwindigkeit von Containern.
Auch Häfen entlang der afrikanischen Route profitieren teilweise von zusätzlichen Anläufen. Umschlagpunkte in Südafrika und im westlichen Afrika gewinnen an strategischer Bedeutung. Gleichzeitig verschiebt sich die Kapazitätsplanung in Nordeuropa, da Schiffe gebündelt ankommen und Peaks verstärken.
Fakten, Listen, Beweise
Verlängerung der Transitzeit zwischen Asien und Europa um rund zehn bis vierzehn Tage je nach Dienst und Hafenfolge.
Erhöhte Bunkerkosten durch längere Seestrecken von bis zu 3500 zusätzlichen Seemeilen.
Steigende Charterraten für Grosscontainerschiffe aufgrund längerer Umläufe.
Abnahme der Fahrplanzuverlässigkeit in den ersten Wochen nach Netzwerkanpassungen.
Zunahme der durchschnittlichen Lagerdauer in Importhäfen.
Bestätigung der Umfahrungsstrategie durch mehrere Carrier im Januar 2026.
Für die Frachtportal User
Was bedeutet das konkret.
Verlader müssen längere Vorlaufzeiten einplanen und Sicherheitsbestände erhöhen. Just in Time Modelle geraten weiter unter Druck.
Spediteure stehen vor komplexerer Disposition. Abfahrten und Ankünfte sind stabiler, aber weniger schnell. Transparente Kommunikation mit Kunden wird entscheidend.
Privatpersonen spüren die Effekte indirekt. Lieferzeiten für Konsumgüter können sich verlängern, besonders bei Elektronik, Möbeln und saisonaler Ware.
Interessant ist auch der Nebeneffekt auf Nachhaltigkeit. Trotz längerer Distanzen fahren viele Schiffe mit reduzierter Geschwindigkeit, was den Mehrverbrauch teilweise ausgleicht.
Quellen
Reuters.com
Maersk.com
Joc.com
