Container-Raten unter Druck durch Zuschläge im Persischen Golf
Die globalen Containerfrachtraten zeigen im März 2026 ein uneinheitliches Bild. Während der Drewry World Container Index bei 1’958 USD pro 40 Fuss Container liegt, treiben zusätzliche Zuschläge die effektiven Transportkosten deutlich nach oben.
Auslöser ist die angespannte Lage rund um den Persischen Golf. Reedereien reagieren mit spezifischen Risikozuschlägen, die je nach Containerart mehrere tausend Euro erreichen können. Für Verlader bedeutet das eine neue Kostenstruktur, die über die eigentliche Basisfracht hinausgeht.
Der Drewry Index zeigt eine moderate Erholung nach mehreren Wochen Rückgang. Anfang März stieg der Index um rund 3 Prozent gegenüber Ende Februar. Diese Entwicklung spiegelt jedoch nur die Grundfracht wider. Die tatsächlichen Transportkosten liegen durch Zusatzgebühren deutlich höher.
Besonders betroffen sind Ost-West-Verkehre zwischen Asien und Europa. Hier wirken sich längere Transitzeiten, Umroutungen sowie steigende Bunkerkosten direkt auf die Preisgestaltung aus. Parallel dazu entwickeln sich Transpazifik-Routen teilweise unabhängig, da dort andere Nachfragefaktoren dominieren.
Mehrere grosse Linienreedereien haben Anfang März konkrete Zuschläge eingeführt. Hapag-Lloyd verlangt rund 1’500 EUR pro Standardcontainer. CMA CGM erhebt für Kühlcontainer Zuschläge von bis zu 4’000 EUR. Maersk bewegt sich auf vergleichbarem Niveau, abhängig von Route und Equipment.
Zusätzlich steigen die Bunker Adjustment Factors (BAF), also Treibstoffzuschläge. Höhere Ölpreise wirken direkt auf die Betriebskosten der Schiffe und werden über Zuschläge an die Kunden weitergegeben. Damit entsteht eine kumulative Kostenstruktur aus Basisrate, Treibstoffzuschlag und geopolitischem Risikoaufschlag.
Für Verlader mit bestehenden Jahresverträgen hängt die Situation stark von den Vertragsklauseln ab. Verträge ohne klare Regelung zu Krisenzuschlägen bieten wenig Schutz vor zusätzlichen Kosten. Unternehmen ohne vertragliche Bindung sind vollständig dem Spotmarkt ausgesetzt und tragen aktuell die höchste Belastung.
Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie schnell externe Faktoren die Kosten in der Seefracht verändern können. Der Markt bleibt volatil, und kurzfristige Anpassungen gehören wieder zum Alltag in der Transportplanung.
