DB Cargo ist im ersten Halbjahr 2026 nahe an die operative schwarze Null gerückt. Nach jahrelangen hohen Verlusten blieb beim bereinigten Betriebsergebnis nur noch ein kleines Minus übrig.
Das ist grundsätzlich ein Fortschritt. Es bedeutet aber nicht, dass der Schienengüterverkehr wieder wächst. DB Cargo transportierte weniger Güter und erzielte weniger Umsatz. Vor allem die schwache Nachfrage aus der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie belastete das Geschäft.
Die Verbesserung kommt in erster Linie aus dem laufenden Sanierungsprogramm. DB Cargo baut Personal ab, verschlankt Planung und Disposition, bündelt Werkstattkapazitäten und überprüft Standorte sowie Angebote. Auch der Einzelwagenverkehr wird neu organisiert.
Beim Einzelwagenverkehr werden einzelne Wagen verschiedener Kunden gesammelt, rangiert und zu neuen Zügen zusammengestellt. Dieses System ist für viele kleinere und mittlere Verlader wichtig, verursacht aber hohe Kosten. DB Cargo will die Produktion deshalb künftig stärker über zentrale Knoten führen.
Für Verlader zählt am Ende nicht nur das Betriebsergebnis. Entscheidend sind verlässliche Abfahrten, verfügbare Wagen, funktionierende Anschlüsse und planbare Laufzeiten. Genau hier muss DB Cargo zeigen, dass die Verkleinerung nicht zu einem weiteren Qualitätsverlust führt.
Der Druck bleibt hoch. Die EU-Kommission hat die Beihilfe nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass DB Cargo wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Das zweite Halbjahr und der Abschluss des Geschäftsjahres 2026 werden deshalb wichtiger als die beinahe erreichte schwarze Null nach sechs Monaten.
