Kühne+Nagel hat in Chennai in Indien ein neues Technologiezentrum eröffnet. Der Konzern will dort eigene digitale Logistikprodukte entwickeln und bestehende Lösungen schneller skalieren.
Chennai ist für Kühne+Nagel vor allem wegen des grossen Pools an Software- und Engineering-Fachkräften interessant. Das Unternehmen spricht ausdrücklich auch von Anwendungen rund um künstliche Intelligenz.
Für die Speditionsbranche ist das ein gutes Beispiel, wie sich grosse Logistiker verändern. Früher lag die eigene Stärke vor allem in Netzwerk, Einkauf und operativer Abwicklung. Heute werden Software, Daten und Automatisierung zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.
Das bedeutet nicht, dass der Spediteur zum Softwarehaus wird. Aber Kunden erwarten immer häufiger Echtzeitdaten, automatische Schnittstellen und schnelle Auswertungen.
Für kleinere Speditionen ist die Entwicklung trotzdem relevant. Sie müssen nicht alles selbst programmieren, sollten aber wissen, welche Prozesse sich automatisieren lassen und wo gute Daten fehlen.
Kühne+Nagel zeigt mit dem neuen Standort, dass Technologie nicht mehr nur eine unterstützende Abteilung ist, sondern ein eigener Produktionsfaktor.