Logistik ifo Index bleibt im Stimmungstief
Die Stimmung in der deutschen Logistikbranche bleibt angespannt. Der aktuelle Logistik ifo Index liegt Ende Januar 2026 bei rund 87,6 Punkten. Damit verharrt das Geschäftsklima deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Während sich Teile der Industrie leicht erholen, melden Logistikunternehmen weiterhin verhaltene Erwartungen.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Industrie und Logistik. Produktionszahlen zeigen eine moderate Stabilisierung, doch Transportvolumen und Auslastungsquoten ziehen nur zögerlich an. Viele Spediteure berichten von schwankenden Sendungsmengen und kurzfristigen Buchungen im Spotmarkt.
Besonders im Strassengüterverkehr bleibt die Margensituation angespannt. Hoher Wettbewerbsdruck, volatile Dieselpreise und steigende Personalkosten drücken auf die Rentabilität. Auch in der Kontraktlogistik werden Investitionsentscheide zurückgestellt. Lagerbetreiber prüfen Erweiterungen vorsichtig und setzen vermehrt auf flexible Flächenmodelle statt auf langfristige Neubauten.
Im Bereich See und Luftfracht zeigt sich ein gemischtes Bild. An Standorten wie Hamburg oder Frankfurt am Main ist die Auslastung stabil, doch die Erwartungen für das erste Halbjahr bleiben negativ. Unternehmen halten ihre Kapazitätsplanung defensiv und vermeiden langfristige Charterverträge oder zusätzliche Fahrzeugbeschaffungen.
Ökonomen sehen im niedrigen Indexwert ein klares Signal für Investitionszurückhaltung. Die negative Erwartungskomponente deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer kurzfristig keine deutliche Nachfragesteigerung erwarten. Das beeinflusst Flottenmanagement, Personalplanung und Preisstrategie entlang der gesamten Supply Chain.
