Auf mehreren deutschen Bahnneubaustrecken fahren deutlich weniger Güterzüge als ursprünglich erwartet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, über die der Bundestag am 22. Oktober berichtet hat. Die tatsächlichen Fahrten beziehen sich auf 2025.
Zwischen Erfurt und Halle beziehungsweise Leipzig wurden 449 Güterzüge im gesamten Jahr gezählt. Die frühere Prognose lag bei 131 pro Tag. Zwischen Ebensfeld und Erfurt waren es 651 Fahrten im Jahr gegenüber früher erwarteten 168 täglich. Auch auf der Strecke Wendlingen–Ulm blieb der Güterverkehr deutlich hinter der Planung zurück.
Die Zahlen sind kein Beleg dafür, dass diese Strecken insgesamt leer stehen. Sie betreffen den Güterverkehr. Für Nürnberg–Ingolstadt nennt die Regierung zudem ein 2025 geltendes Tunnelbegegnungsverbot als Einschränkung.
Für Verlader zeigt der Vergleich vor allem: Eine neue Strecke allein garantiert noch keine brauchbare Güterverbindung. Entscheidend sind die tatsächlich nutzbare Fahrzeit, passende Trassen und die Bedingungen für den eigenen Zug. Wer eine Transportkette auf die Bahn verlagern will, sollte sich deshalb ein konkretes Betriebskonzept vorlegen lassen. Dazu gehören auch der Vorlauf zum Terminal, die letzte Meile und ein Plan für Baustellen oder Umleitungen. Die Dispo braucht einen belastbaren Fahrplan für ihren Auftrag.
