Passar 2.0 startet: Digitale Zollabwicklung geht in den Praxistest
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit bringt die Digitalisierung jetzt direkt an die Grenze. Im 2. Quartal 2026 startet der Pilot-/Parallelbetrieb von Passar 2.0 (Einfuhr); Chiasso und Basel-Weil am Rhein gehören zu den ersten Teststandorten.
Damit beginnt die praktische Umsetzung der DaziT Transformation. Für die Logistikbranche ist das ein klarer Wendepunkt in der Zollabwicklung.
Pilotbetrieb unter realen Bedingungen
Passar 2.0 wird nicht im Labor getestet, sondern im täglichen Verkehr. Sendungen werden bereits vor dem Grenzübertritt digital angemeldet und durchlaufen eine automatisierte Veranlagung.
Der Fokus verschiebt sich damit weg vom physischen Grenzpunkt hin zur vorgelagerten Datenverarbeitung. Fehler oder Unklarheiten zeigen sich früher im Prozess und nicht erst bei der Einfuhr.
Unternehmen können sich aktiv für den Pilotbetrieb anmelden. Die Erfahrungen aus diesen Fahrten fliessen direkt in die Systemoptimierung ein.
Ab Mai 2026 ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere Standorte vorgesehen. Der Rollout erfolgt bewusst schrittweise, um Stabilität und Prozessqualität sicherzustellen.
Neue Anforderungen an Daten und Prozesse
Für Spediteure und Zollverantwortliche verändert sich die tägliche Arbeit deutlich. Die Qualität der Daten wird zum zentralen Erfolgsfaktor.
Wesentliche Veränderungen sind klar erkennbar:
Digitale Voranmeldung wird zum Standardprozess
Automatisierte Prüfung ersetzt manuelle Kontrolle
Standzeiten an der Grenze werden reduziert
Transparenz entlang der Lieferkette steigt
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Schnittstellen und Systemintegration. Unternehmen müssen ihre IT Systeme anpassen und interne Abläufe neu strukturieren.
Keine Fristverlängerung geplant
Das BAZG hält am Zeitplan fest. Eine allgemeine Fristverlängerung ist nicht vorgesehen.
Ausnahmen werden nur in begründeten Einzelfällen geprüft. Unternehmen mit nachweisbaren Engpässen oder wirtschaftlichen Einschränkungen können entsprechende Anträge stellen.
Für alle anderen gilt. Die Vorbereitung auf Passar 2.0 muss jetzt erfolgen. Wer die Pilotphase nutzt, kann Prozesse frühzeitig testen und Risiken im späteren Vollbetrieb reduzieren.
