Reedereien testen vorsichtige Rückkehr durch den Suezkanal
Im Januar 2026 beginnen erste grosse Carrier wieder mit Testfahrten durch den Suezkanal und das Rote Meer. Hintergrund sind Berichte, dass sich die Sicherheitslage in einzelnen Zeitfenstern stabilisiert hat. Nach Monaten mit Umleitungen über das Kap der Guten Hoffnung prüfen Linienreedereien, ob ein teilweiser Normalbetrieb wieder möglich ist.
Die Rückkehr erfolgt vorsichtig und selektiv. Viele Reedereien setzen weiterhin auf bewaffnete Sicherheitsteams, Konvoifahrten und eine enge Abstimmung mit Versicherern und lokalen Behörden. Analysten sehen die Entwicklung als ersten Schritt in Richtung einer Normalisierung, warnen jedoch vor hoher Volatilität und plötzlichen Lageänderungen.
Für die Supply Chain hätte eine breitere Rückkehr in den Suezkanal spürbare Auswirkungen. Die Transitzeiten zwischen Asien und Europa könnten sich um rund sieben bis zehn Tage verkürzen. Gleichzeitig würde die verfügbare Kapazität auf den Haupt Ost West Routen steigen, da Schiffe nicht mehr wochenlang über Afrika umgeleitet werden müssen.
Mehr Kapazität bedeutet in der Regel Druck auf Spotraten. Erste Marktindikatoren zeigen, dass Charter und Spotpreise sensibel reagieren, sobald Carrier ihre Suezpläne ausweiten. Allerdings bleiben die Versicherungsprämien für Fahrten durch das Rote Meer deutlich höher als vor der Krise. Diese Zusatzkosten werden teilweise an Verlader weitergegeben.
Logistikexperten empfehlen Verladern und Spediteuren, ihre Routenplanung flexibel zu halten. Die Lage kann sich kurzfristig verschlechtern, was erneut zu Umleitungen und Kapazitätsengpässen führen würde. Gleichzeitig ergeben sich Chancen für schnellere Lieferketten, geringere Lagerbestände und eine bessere Planbarkeit.
