DZ · DZA
Energieexporteur und nordafrikanischer Hafen- und Importmarkt
Hauptstadt: Algier
Kurzprofil
Algerien (DZ) ist das flĂ€chenmĂ€ssig grösste Land Afrikas und ein zentraler Energie- und Handelspartner des Mittelmeerraums, gelegen zwischen Europa und Subsahara-Afrika mit langer MittelmeerkĂŒste im Norden und weiter Sahara im SĂŒden. Der Aussenhandel ist stark staatlich reguliert und von Kohlenwasserstoffen geprĂ€gt, die rund 95 Prozent der Ausfuhren ausmachen (Erdgas, Rohöl, LNG und LPG, vermarktet ĂŒber den Staatskonzern Sonatrach). ZustĂ€ndige Zollbehörde ist die Generaldirektion der Zollverwaltung (Direction GĂ©nĂ©rale des Douanes, DGD), die ihre Abfertigung seit November 2023 schrittweise vom Altsystem SIGAD auf das neue digitale System ALCES umstellt; die Einfuhr-Mehrwertsteuer betrĂ€gt regulĂ€r 19 Prozent (ermĂ€ssigt 9 Prozent). Importe unterliegen einem der restriktivsten Regime der Region: erforderlich sind eine Bankdomizilierung vor dem Versand der Ware, eine Genehmigung des Aussenhandelsministeriums sowie zeitweise Einfuhrprogramme. 2025 wurden per Verordnung eine Algerische Einfuhrbehörde und eine Ausfuhrbehörde geschaffen, und seit dem 1. Januar 2026 sind eigenstĂ€ndige Dienstleistungsimporte genehmigungspflichtig. Logistisch dominiert der Seeverkehr ĂŒber die HĂ€fen Algier (rund 60 Prozent des Containerverkehrs), Skikda, Arzew, Bejaia, Oran, Djen Djen, Mostaganem und Annaba, wĂ€hrend die Luftfracht ĂŒber den Flughafen Algier Houari Boumediene (ALG) lĂ€uft, der mehr als 80 Prozent des Luftfrachtaufkommens abwickelt. Im Inland verbinden die Autoroute Est-Ouest und die Route Transsaharienne die KĂŒste mit dem Hinterland und Richtung Niger und Mali; das SNTF-Schienennetz konzentriert sich auf den Norden. Algerien ist kein WTO-Mitglied, unterhĂ€lt aber ein EU-Assoziierungsabkommen (Euro-Med, in Kraft seit 2005) und ist Mitglied der Grossen Arabischen Freihandelszone (GAFTA) sowie Vertragspartei der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA). Die Landgrenze zu Marokko ist seit 1994 geschlossen. Die LandeswĂ€hrung ist der Algerische Dinar (DZD).
ErwÀhnte LÀnder
Import-System
ALCES (neues digitales Zollsystem), seit November 2023 schrittweise eingefĂŒhrt; löst das Altsystem SIGAD ab. Importe erfordern Bankdomizilierung und Genehmigung des Aussenhandelsministeriums.
Export-System
Ausfuhrabwicklung ĂŒber die DGD (ALCES bzw. SIGAD). Kohlenwasserstoff-Exporte laufen staatlich ĂŒber Sonatrach. 2025 wurde per Verordnung eine Algerische Ausfuhrbehörde geschaffen.
Einfuhrsteuer / MwSt
EUR.1 und EUR-MED im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens (Euro-Med, seit 2005); Ursprungszeugnisse im GAFTA-Raum. Algerien ist GAFTA-Mitglied und AfCFTA-Vertragspartei, aber kein WTO-Mitglied.
Strenge EinfuhrbeschrĂ€nkungen und zeitweise Importverbote zum Schutz der heimischen Produktion; Genehmigungspflichten fĂŒr Fahrzeuge, Arzneimittel, Waffen und CITES-Arten. Devisen- und Domizilierungsvorschriften der Bank von Algerien.
Algerien ist nicht Ziel umfassender internationaler Sanktionen. Es bestehen strenge Devisen- und Aussenhandelskontrollen; Kohlenwasserstoff-Exporte sind staatlich gesteuert (Sonatrach). Nationale Kontrollen fĂŒr Waffen und strategische GĂŒter.
Ohne GewĂ€hr â bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Ăberblick fĂŒr internationale Sendungen nach Afrika. Je nach Zielland können Dokumentenanforderungen, Vorabfreigaben und lokale AblĂ€ufe stark variieren.
Hinweis: Anforderungen hÀngen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und EmpfÀnger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/ĂŒbergreifende Quellen. LĂ€nderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergĂ€nzt.
Stark hydrocarbon-abhÀngige Ausfuhren (rund 95 Prozent). Restriktives Einfuhrregime mit Domizilierungs- und Genehmigungspflichten verursacht Verzögerungen; Hafen Algier zeitweise ausgelastet. Landgrenze zu Marokko seit 1994 geschlossen.
Mediterranes Klima an der KĂŒste mit milden, regnerischen Wintern; im Sahara-SĂŒden extreme Hitze und SandstĂŒrme. Starkregen kann an der KĂŒste Ăberschwemmungen und Strassensperren auslösen.
Stand 2026-07-23: Umstellung der Zollabfertigung auf ALCES lÀuft; Interkonnektion ALCES-APCS (Hafen-Community-Plattform) zur Stau-Reduktion in Umsetzung. Seit 1. Januar 2026 brauchen eigenstÀndige Dienstleistungsimporte eine Genehmigung des Aussenhandelsministeriums. Hafen Algier chronisch ausgelastet (Kongestions-Surcharges der Reedereien möglich). Algerien bleibt zentraler EU-Gaslieferant (Medgaz, Transmed).
Stand: 2026-07-23
Operative Hinweise â kein Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
| Datum | Feiertag | Typ | Zoll zu | Transport betroffen | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jan. 2026 | Neujahr | National | |||
| 12. Jan. 2026 | Yennayer (Amazigh-Neujahr) | National | |||
| 1. Mai 2026 | Tag der Arbeit | National | |||
| 5. Juli 2026 | UnabhÀngigkeitstag | National | |||
| 1. Nov. 2026 | Revolutionstag | National |
Neujahr
1. Jan. 2026
Yennayer (Amazigh-Neujahr)
12. Jan. 2026
Tag der Arbeit
1. Mai 2026
UnabhÀngigkeitstag
5. Juli 2026
Revolutionstag
1. Nov. 2026
Quellen: Loi n° 63-278 (jours fériés légaux) / APS · Loi n° 63-278 (jours fériés légaux)
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ZustĂ€ndig ist die Generaldirektion der Zollverwaltung (Direction GĂ©nĂ©rale des Douanes, DGD). Sie stellt ihre Abfertigung seit November 2023 schrittweise vom Altsystem SIGAD auf das neue digitale System ALCES um. Deklariert wird ĂŒblicherweise ĂŒber zugelassene Zollagenten.
Der Regelsatz der Mehrwertsteuer betrĂ€gt 19 Prozent, der ermĂ€ssigte Satz 9 Prozent (unter anderem fĂŒr Grundnahrungsmittel). Die Einfuhrsteuer wird beim Zoll auf Basis von CIF-Wert plus Zoll erhoben.
Importeure mĂŒssen vor dem Versand der Ware ein Domizilierungsverfahren bei einer algerischen Bank durchfĂŒhren und zuvor eine Genehmigung des Aussenhandelsministeriums einholen. Ohne abgeschlossene Domizilierung sind Zahlung und Zollabfertigung nicht möglich; teils ist eine Kontodeckung deutlich ĂŒber dem Importwert nötig.
Algerien ist kein WTO-Mitglied; das Beitrittsverfahren lÀuft seit 1987. Mit der EU besteht seit 2005 ein Assoziierungsabkommen (Euro-Med). Zudem ist Algerien Mitglied der Grossen Arabischen Freihandelszone (GAFTA) und Vertragspartei der AfCFTA.
Wichtigster Hafen ist Algier mit rund 60 Prozent des Containerverkehrs, gefolgt von Skikda, Arzew (Erdöl und LNG), Bejaia, Oran und Djen Djen. In der Luftfracht fĂŒhrt der Flughafen Algier Houari Boumediene (ALG), der mehr als 80 Prozent des Luftfrachtaufkommens abwickelt.
Ăblich sind Handelsrechnung, Packliste, die Zolldeklaration (ALCES bzw. SIGAD), ein Transportdokument (B/L, AWB oder CMR) und der Domizilierungsnachweis. Bei PrĂ€ferenzbehandlung kommt ein Ursprungsnachweis wie EUR.1 hinzu, fĂŒr kontrollierte Waren eine Einfuhrgenehmigung.
Nein. Die rund 1400 km lange Landgrenze zu Marokko ist seit 1994 geschlossen. Der Handel zwischen beiden LĂ€ndern lĂ€uft daher nicht ĂŒber den direkten Landweg, sondern ĂŒber See- und Luftverbindungen.
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