ML · MLI
Binnenstaat / Transitkorridor Westafrika / Goldexporteur
Hauptstadt: Bamako
Kurzprofil
Mali (ISO-Code ML) ist ein Binnenstaat in Westafrika und seit den Militärputschen von 2020 und 2021 von einem Übergangsregime unter Junta-Führer Assimi Goïta regiert. Das Klima ist überwiegend trocken bis halbtrocken mit ausgeprägter Regen- und Trockenzeit. Wirtschaftlich stützt sich das Land auf Landwirtschaft, Bergbau (vor allem Gold) und Dienstleistungen und ist stark importabhängig, besonders bei Treibstoffen, Nahrungsmitteln und Industriegütern. Mali gehört zur Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) mit dem CFA-Franc (XOF) und einer TVA von 18 Prozent; 2025 trat es zusammen mit Burkina Faso und Niger aus der ECOWAS aus und bildet die Allianz der Sahelstaaten (AES). Als Binnenstaat ist Mali auf die Seehäfen der Nachbarländer angewiesen, vor allem Dakar und Abidjan, über die der Grossteil des Aussenhandels per Lkw läuft. Der Fluss Niger und die Bahnlinie nach Dakar haben nur untergeordnete Bedeutung. Trotz infrastruktureller und sicherheitspolitischer Herausforderungen bleibt Mali ein wichtiges Transitland für die Handelsvernetzung der Region.
Erwähnte Länder
Zollbehörde
Direction Générale des Douanes (DGD)Import-System
SYDONIA World; UEMOA-Zollkodex mit gemeinsamem Aussenzolltarif (TEC 0/5/10/20 Prozent). Zusätzlich AES-Solidaritätsabgabe 0,5 Prozent auf Importe ausserhalb der AES (seit 28.3.2025).
Export-System
Elektronische Abfertigung über SYDONIA World bei der DGD; Ausfuhren grundsätzlich von der TVA befreit.
Einfuhrsteuer / MwSt
UEMOA-Ursprungswaren zollfrei; trotz ECOWAS-Austritt (29.1.2025) gewährt ECOWAS AES-Waren weiter SLEC-Präferenz. EU-Marktzugang als LDC zollfrei (Everything But Arms, REX).
Genehmigungspflicht u.a. für Waffen, Munition, Sprengstoff, Suchtmittel und bestimmte Chemikalien; Verbot von Falschware und gefährlichen Abfällen (UEMOA-/nationaler Zollkodex).
Kein UN-Embargo: UN-Sanktionsregime (Res. 2374) am 31.8.2023 ausgelaufen. EU hält autonome Massnahmen (Einreiseverbot, Vermögenssperre) gegen einzelne Personen (seit 13.12.2021).
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Afrika. Je nach Zielland können Dokumentenanforderungen, Vorabfreigaben und lokale Abläufe stark variieren.
Hinweis: Anforderungen hängen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und Empfänger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/übergreifende Quellen. Länderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergänzt.
Fragile Sicherheitslage durch dschihadistische Gruppen; Übergangsregime seit 2020/2021. Strassentransit teils gefährdet, Versicherungs- und Eskortkosten erhöht.
Regenzeit Juni bis September beeinträchtigt Pisten und die Niger-Schifffahrt; Trockenzeit mit Harmattan-Staub. Hitze belastet Kühlketten.
Seit September 2025 JNIM-Blockade gegen Treibstoffkonvois; Engpässe und Stromausfälle in Bamako. Regierung legt 45-Tage-Treibstoffreserve an. Stand 06/2026.
Stand: 2026-06-25
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Noch keine News zu diesem Land.
Alle News ansehen →Offizielle Quellen
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Auf Einfuhren erhebt Mali die TVA mit einem Normalsatz von 18 Prozent auf den Zollwert (Code général des impôts der Direction Générale des Impôts). Hinzu kommen der gemeinsame Aussenzolltarif der UEMOA (Bänder 0, 5, 10 und 20 Prozent) sowie seit dem 28. März 2025 die AES-Solidaritätsabgabe von 0,5 Prozent auf Importe aus Ländern ausserhalb der AES.
Zuständig ist die Direction Générale des Douanes (DGD). Die Abfertigung erfolgt elektronisch über SYDONIA World auf Basis des UEMOA-Zollkodex. Der Zollwert wird nach den GATT-Regeln auf CIF-Basis bestimmt.
Mali hat keine eigenen Seehäfen. Der Grossteil des Aussenhandels läuft per Lkw über die Häfen der Nachbarländer, vor allem Dakar (Senegal) und Abidjan (Côte d'Ivoire); ergänzend werden Lomé, Tema und Conakry genutzt. Über Dakar läuft mehr als die Hälfte des malischen Aussenhandels.
Mali ist zusammen mit Burkina Faso und Niger zum 29. Januar 2025 aus der ECOWAS ausgetreten und bildet die Allianz der Sahelstaaten (AES). Die ECOWAS gewährt Waren aus den drei Ländern jedoch weiterhin die Präferenzbehandlung des Liberalisierungsschemas (SLEC). Mali bleibt zudem Mitglied der UEMOA mit dem CFA-Franc und dem gemeinsamen Aussenzolltarif.
Das AES-Staatenkollegium hat am 28. März 2025 eine Confederal-Solidaritätsabgabe von 0,5 Prozent auf den Zollwert eingeführt. Sie wird von den Zollverwaltungen auf Importe aus Ländern ausserhalb der AES erhoben und finanziert gemeinsame Projekte. Ausgenommen sind Waren mit AES-Ursprung, Diplomatengut und humanitäre Hilfe.
Die Sicherheitslage ist fragil. Seit September 2025 blockiert die dschihadistische Gruppe JNIM Treibstoffkonvois aus Senegal, Côte d'Ivoire und Niger, was zu Engpässen und Stromausfällen in Bamako führte. Die Regierung legt eine nationale Treibstoffreserve für rund 45 Tage an. Stand Juni 2026 stützt sich die Versorgung teils auf eine ausgehandelte Waffenruhe.
Das UN-Sanktionsregime nach Resolution 2374 (2017) ist am 31. August 2023 ausgelaufen; ein UN-Embargo besteht nicht. Die EU unterhält jedoch autonome restriktive Massnahmen (Einreiseverbot und Vermögenssperre) gegen einzelne Personen, die den politischen Übergang behindern (Rahmen seit 13. Dezember 2021).
Für internationale Transporte helfen diese Begriffe als Schnellstart:
Passende Tools & Partner zu diesem Thema
Noch kein Partner in diesem Land
Ihr Unternehmen ist hier aktiv? Werden Sie als erster Partner an diesem Standort sichtbar.