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Hauptstadt: Abu Dhabi
Die Vereinigten Arabischen Emirate (AE) sind eine föderale Monarchie aus sieben Emiraten am Persischen Golf und die führende Handels-, Logistik- und Re-Export-Drehscheibe des Nahen Ostens. Als Mitglied der GCC-Zollunion erheben die VAE einen gemeinsamen Aussenzoll von in der Regel 5 Prozent (50 Prozent auf Alkohol, 100 Prozent auf Tabak) sowie eine Einfuhr-MWST von 5 Prozent über die Federal Tax Authority. Der Warenverkehr wird emiratsweise abgewickelt: Dubai über Mirsal 2 auf der Plattform Dubai Trade, Abu Dhabi über die Advanced Trade and Logistics Platform (ATLP); seit Januar 2025 gelten 12-stellige HS-Codes. Wirtschaftlich prägen Erdöl und Gas, Aluminium, Finanzdienstleistungen, Tourismus und ein riesiger Re-Export-Sektor das Aussenhandelsprofil. Die Infrastruktur zählt zur Weltspitze: der Containerhafen Jebel Ali (rund 15,5 Mio TEU 2024, neuntgrösster der Welt), Khalifa Port in Abu Dhabi, die Ostküstenhäfen Fujairah und Khor Fakkan, die Cargo-Flughäfen Dubai International und Al Maktoum (DWC) sowie das Etihad-Rail-Güternetz. Zahlreiche Freihandelszonen wie JAFZA machen das Land zur zentralen Umschlagplattform zwischen Asien, Europa und Afrika. Ein strukturelles Risiko bleibt die Lage an der Strasse von Hormuz.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Asien. Je nach Zielland sind Produktanforderungen, Zertifikate und Freigabeprozesse teils stark unterschiedlich.
Import-System
GCC-Zollunion mit gemeinsamem Aussenzoll. Dubai über Mirsal 2 (Dubai Trade), Abu Dhabi über die ATLP. Seit Januar 2025 12-stellige HS-Codes (GCC Integrated Customs Tariff).
Export-System
Aus- und Re-Export über dieselben Systeme (Mirsal 2 / ATLP). Umfangreicher Re-Export aus Freihandelszonen (z.B. JAFZA); Waren in Freizonen gelten zollrechtlich als ausserhalb des Zollgebiets.
Einfuhrsteuer / MwSt
Ursprungszeugnis (Certificate of Origin) über Wirtschaftsministerium und Handelskammern. GCC-Mitglied; Präferenzhandel via GAFTA und CEPA (u.a. Indien, Türkei); GCC-EFTA-FHA unterzeichnet.
Verboten u.a. Betäubungsmittel, bestimmte Medien, Glücksspielgeräte, Elfenbein, nicht-halal-Waren. Beschränkt: Alkohol und Tabak (hohe Zollsätze), Waffen, Arzneimittel, CITES. Prüfung über FCA.
Exportkontrolle für Dual-Use und strategische Güter über das Executive Office for Control and Non-Proliferation (Cabinet Decision 15/2022). UN-Sanktionen umgesetzt; seit 2024 nicht mehr FATF-Grey-List.
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Strukturell hochentwickeltes Logistikland mit Weltklasse-Infrastruktur. Hauptrisiko ist die Lage an der Strasse von Hormuz; 2026 führte die Hormuz-Krise zu Stau in Jebel Ali und hohen Frachtraten. Fujairah und Khor Fakkan liegen ausserhalb der Meerenge.
Extreme Sommerhitze (über 45 Grad) mit hohen Anforderungen an die Kühlkette; gelegentliche Sandstürme sowie seltene Starkregen- und Überschwemmungsereignisse (z.B. April 2024) können Strassen- und Flugbetrieb stören.
Stand 2026-06-22: Strasse von Hormuz seit Ende Februar 2026 wegen Iran-Konflikt weitgehend gesperrt; laut CNBC Wiedereröffnung vereinbart (Juni 2026), Rückstau-Abbau dauert Wochen. Jebel Ali mit Stau; Ausweichrouten über Fujairah/Khor Fakkan.
Stand: 2026-06-22
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Quellen
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Der gemeinsame GCC-Aussenzoll beträgt in der Regel 5 Prozent auf den CIF-Wert. Für Alkohol gelten 50 Prozent, für Tabak 100 Prozent. Zusätzlich fällt eine Einfuhr-MWST von 5 Prozent an.
Es gibt kein einzelnes Bundessystem für Deklarationen. Dubai wickelt Einfuhren über Mirsal 2 auf der Plattform Dubai Trade ab, Abu Dhabi über die Advanced Trade and Logistics Platform (ATLP). Seit Januar 2025 sind 12-stellige HS-Codes nach dem GCC Integrated Customs Tariff vorgeschrieben.
Waren in Freihandelszonen wie der Jebel Ali Free Zone (JAFZA) gelten zollrechtlich als ausserhalb des Zollgebiets. Erst bei der Einfuhr in den lokalen Markt (Mainland) werden Zoll und Einfuhr-MWST fällig; Re-Exporte aus der Zone bleiben abgabefrei.
Üblich sind Handelsrechnung, Packliste, eine elektronische Zolldeklaration (Mirsal 2 oder ATLP), ein Transportdokument (B/L, AWB oder CMR) und ein Ursprungszeugnis. Für kontrollierte Waren kommen Einfuhrgenehmigungen hinzu.
Wichtigster Seehafen ist Jebel Ali in Dubai (DP World), gefolgt von Khalifa Port in Abu Dhabi sowie den Ostküstenhäfen Fujairah und Khor Fakkan. In der Luftfracht führen Dubai International (DXB) und der Frachter-Hub Al Maktoum (DWC), ergänzt durch Abu Dhabi (AUH) und Sharjah (SHJ).
Ja. Dual-Use- und strategische Güter unterliegen der Kontrolle des Executive Office for Control and Non-Proliferation. Für Waffen, Militärgüter sowie bestimmte chemische und biologische Stoffe ist eine Lizenz erforderlich; die VAE setzen UN-Sanktionen um.
Ein grosser Teil des See- und Energiehandels der VAE läuft durch die Strasse von Hormuz. Bei Störungen dieser Meerenge, wie während der Krise 2026, kommt es zu Stau in Jebel Ali und steigenden Frachtraten. Die Ostküstenhäfen Fujairah und Khor Fakkan liegen ausserhalb der Meerenge und dienen als Ausweichzugang.
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