Die Lage für viele Speditionen in Deutschland bleibt schwierig. Aktuelles Beispiel ist Betz International aus Sonnenbühl in Baden-Württemberg. Die Spedition ist insolvent, beschäftigt rund 140 Mitarbeitende und hat 72 Fahrzeuge im Einsatz.
Der Betrieb läuft vorerst weiter. Das Insolvenzverfahren soll helfen, das Unternehmen zu sanieren. Laut Berichten gibt es Gespräche mit möglichen Investoren. Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze und Kundenbeziehungen zu erhalten.
Der Fall Betz zeigt aber gut, was im Markt los ist. Viele mittelständische Speditionen kämpfen mit hohen Kosten, schwacher Konjunktur, teurem Diesel, steigenden Löhnen und weniger Aufträgen. Wenn dann die Marge ohnehin klein ist, reicht oft schon wenig, und es wird eng.
Auch der Kreditversicherer Atradius warnt vor weiteren Insolvenzen im Transportsektor. Laut Atradius dürfte die Zahl der Insolvenzen bei Speditionen 2026 deutlich steigen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen seien gefährdet. Jedes vierte kleine und mittelständische Unternehmen im Transportbereich gilt laut Atradius als akut gefährdet.
Für Spediteure in der Schweiz und Österreich ist das nicht nur eine deutsche Geschichte. Viele arbeiten mit deutschen Subunternehmern, Partnern oder Linien zusammen. Wenn dort ein Betrieb in Schieflage gerät, kann das schnell auf laufende Transporte, offene Rechnungen oder Kundenversprechen durchschlagen.
