Die Europäische Union drängt Grossbritannien offenbar zu einer engeren Abstimmung bei den Zöllen auf chinesische Autos. Brüssel befürchtet, dass grosse Tarifunterschiede eine Hintertür schaffen könnten. Chinesische Fahrzeuge oder Komponenten könnten über Grossbritannien in europäische Lieferketten gelangen und EU-Schutzmassnahmen umgehen.
Gleichzeitig möchte London, dass britische Produkte bei den geplanten «Made in Europe»-Regeln wie europäische Ware behandelt werden. Diese Regeln sollen bei bestimmten Förderungen und Beschaffungen Produkte aus Europa bevorzugen. Die EU bringt eine engere handelspolitische Anbindung oder sogar eine Zollunion als mögliche Lösung ins Spiel.
Wichtig: Es gibt noch keinen Beschluss, dass Grossbritannien seine Zölle erhöht. Es handelt sich um politische Gespräche und Forderungen. Auch die genaue Ausgestaltung der «Made in Europe»-Regeln ist noch nicht endgültig.
Für die Automobillogistik wird der Ursprung wichtiger. Ein Fahrzeug, das in Grossbritannien montiert wird, ist nicht automatisch frei von chinesischen Komponenten. Je nach Regel können Batterie, Zellen, Elektronik und Wertschöpfungsanteil entscheidend sein.
Das betrifft auch Ersatzteile und Vormaterialien in Zolllagern.
