In den Niederlanden kam es am 15. September zu erheblichen Verkehrsproblemen auf Strasse und Schiene.
Bauern protestierten gegen die Regierungspläne und zündeten entlang mehrerer Autobahnen Heuballen an, unter anderem an der A2 bei Breukelen, an der A28 bei Putten und Dwingeloo sowie an der A7 bei Scheemda. Rijkswaterstaat kündigte an, wo nötig Fahrstreifen oder ganze Fahrbahnen zu sperren; bei Breukelen behinderte Rauch den Verkehr.
Parallel dazu meldete der Bahn-Infrastrukturbetreiber ProRail gezielte Sabotage an mehr als 20 Stellen. Dort waren Rohre an Gleisen befestigt worden, vor allem in ländlichen Gebieten im Zentrum und im Osten des Landes. Der Zugverkehr wurde in mehreren Regionen unterbrochen. Auch internationale Verbindungen Richtung Deutschland waren betroffen: Die ICE-Linie 77 zwischen Amsterdam und Berlin endete vorzeitig in Rheine, dazwischen fuhren Busse.
Wichtig ist die Trennung der beiden Ereignisse: Die Bauernproteste sind bestätigt. Für die Sabotage an den Gleisen waren Täter und Motiv zunächst nicht bekannt; der niederländische Geheimdienst AIVD ermittelt zusammen mit Polizei und Staatsanwaltschaft.
Für ein Land wie die Niederlande ist das logistisch relevant. Rotterdam, Bahn-Hinterland und Autobahnen sind zentrale Achsen für grosse Teile Europas.