Die Digitalisierung im Schweizer Zollwesen geht in die nächste Phase. Mit Passar 2.0 Einfuhr wird die heutige e dec Import Umgebung schrittweise durch die neue Warenanmeldung im System Passar ersetzt. Der Pilotbetrieb startet im März 2026. Der flächendeckende Rollout ist ab Juni 2026 vorgesehen.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit bestätigt auf seiner offiziellen Passar Roadmap, dass die Einfuhrprozesse ab 2026 vollständig in das System Passar überführt werden. Passar ist das zentrale Warenverkehrssystem für die digitale Abwicklung der Zollverfahren in der Schweiz und wird etappenweise ausgebaut. Quelle bazg.admin.ch
Pilotbetrieb an zwei zentralen Grenzübergängen
Der Start erfolgt kontrolliert. Der Pilot für Passar 2.0 Einfuhr beginnt im März 2026 und ist zunächst auf zwei bedeutende Grenzübergänge beschränkt. Basel Weil Autobahn sowie Chiasso Brogeda Merci dienen als erste operative Standorte.
Diese Übergänge sind strategisch gewählt. Basel Weil Autobahn ist einer der wichtigsten Nordkorridore im CH EU Verkehr mit hohem Volumen im Industriegüter und Stückgutbereich. Chiasso Brogeda Merci bildet das zentrale Tor für den Warenfluss zwischen der Schweiz und Italien.
Durch die Pilotphase sollen Prozesse getestet, Schnittstellen geprüft und Erfahrungen für den landesweiten Rollout gesammelt werden.
Flächendeckender Rollout ab Juni 2026
Gemäss offiziellen Informationen des BAZG ist der landesweite Umstieg auf die Warenanmeldung Passar 2.0 Einfuhr ab Juni 2026 geplant. Parallel berichten internationale Fachportale wie vatupdate.com über die Erweiterung von Passar 2.0 auf die Importverfahren und die Ablösung von e dec Import im Jahr 2026. Quelle vatupdate.com
Damit wird die Einfuhr digital einheitlich in Passar abgebildet. Unternehmen müssen ihre IT Systeme, ERP Schnittstellen und Archivierungsprozesse entsprechend anpassen.
Rund 27’000 Firmen betroffen
Nach Angaben des BAZG betrifft die Umstellung im Importbereich rund 27’000 Unternehmen in der Schweiz. Dazu gehören Spediteure, Industrieunternehmen, Handelsfirmen sowie Logistikdienstleister mit eigener Zollanmeldung.
Die Zahl verdeutlicht die Tragweite. Es handelt sich nicht um eine punktuelle Systemanpassung, sondern um eine strukturelle Neuausrichtung des Importprozesses.
eVV Import und Dokumentenbezug im Fokus
Ein zentrales Element von Passar 2.0 Einfuhr ist der digitale Dokumentenbezug. Die elektronische Veranlagungsverfügung Einfuhr, kurz eVV Import, bleibt das massgebende Dokument für die buchhalterische Erfassung, den Vorsteuerabzug und interne Compliance Prozesse.
Unternehmen müssen sicherstellen, dass
• die eVV Import automatisiert bezogen wird
• eine eindeutige Zuordnung zur Warenanmeldung besteht
• Referenzen zu Transportdokumenten korrekt geführt werden
• Archivierung gesetzeskonform erfolgt
Der Datenfluss wird stärker systembasiert gesteuert. Fehlerhafte oder unvollständige Referenzen können direkte Auswirkungen auf Mehrwertsteuerprozesse und interne Prüfungen haben.
Operative Auswirkungen für Spedition und Industrie
Für Spediteure bedeutet Passar 2.0 Einfuhr
• Anpassung der Zollsoftware
• Schulung der Deklaranten
• Prüfung der Schnittstellen zu ERP und Buchhaltung
• Sicherstellung der Interoperabilität mit Geschäftspartnern
Für Industrie und Handelsunternehmen bedeutet es
• Überprüfung der internen Kontrollsysteme
• Sicherstellung des korrekten eVV Bezugs
• Aktualisierung von Prozessbeschreibungen und Compliance Dokumentationen
Gerade Unternehmen mit hohem Sendungsvolumen aus Deutschland, Italien oder anderen EU Staaten sind direkt betroffen.
CH EU Relation besonders sensibel
Da die Pilotstandorte an zentralen EU Achsen liegen, wird insbesondere der Import aus dem EU Raum früh in das neue System integriert. Fehler in der Umstellungsphase können zu Verzögerungen oder zusätzlichem administrativem Aufwand führen.
Wer in CH EU Lieferketten eingebunden ist, sollte die Umstellung als strategisches Projekt behandeln und nicht als reine IT Anpassung.
