ST · STP
Inselstaat im Golf von Guinea; Kakao-Exporteur mit stark importabhaengiger Versorgung
Hauptstadt: São Tomé
Kurzprofil
São Tomé und Príncipe (ISO-Code: ST) ist ein Inselstaat im Golf von Guinea vor der Westküste Zentralafrikas, rund 250 Kilometer vor Gabun, und besteht aus den beiden Hauptinseln São Tomé und Príncipe sowie mehreren Nebeninseln. Politisch ist das Land eine präsidiale Demokratie und Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten (CEEAC/ECCAS), der Gemeinschaft portugiesischsprachiger Länder (CPLP) und Unterzeichner des AfCFTA. Das Klima ist tropisch-feucht mit einer Hauptregenzeit von Oktober bis Mai und einer kurzen Trockenzeit (Gravana) von Juni bis September. Wirtschaftlich stützt sich das Land auf Landwirtschaft (vor allem Kakao), Fischerei, Tourismus und Dienstleistungen; bei Treibstoffen, Nahrungsmitteln, Maschinen und Konsumgütern ist es nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Logistisch verfügt São Tomé und Príncipe über den Hafen Ana Chaves bei São Tomé, den Hafen Santo António auf Príncipe sowie den internationalen Flughafen São Tomé (TMS). Wegen der geringen Wassertiefe in Ana Chaves ankern grössere Schiffe auf Reede, und die Ladung wird per Leichter umgeschlagen oder über Regional-Hubs zugebracht; ein Tiefwasserhafen in Fernão Dias ist geplant. Die Einfuhr unterliegt seit dem 1. Juni 2023 einer Mehrwertsteuer (IVA) von 15 Prozent sowie gestaffelten Zöllen und wird elektronisch über ASYCUDA World abgewickelt. Die Landeswährung ist der Dobra (STN), seit 2010 fest an den Euro gebunden (1 EUR = 24,5 STN).
Import-System
Elektronische Abfertigung über ASYCUDA World (Version 4.4 seit 1. Mai 2025) bei der Direcção das Alfândegas; Hafenbetrieb durch ENAPORT. Einfuhrzoll nach gestaffeltem Tarif (rund 5, 10 und 20 Prozent).
Export-System
Ausfuhranmeldung ebenfalls über ASYCUDA World bei der Direcção das Alfândegas. Wichtigstes Ausfuhrgut ist Kakao; als bisheriges LDC besteht zollfreier EU-Zugang über Everything But Arms.
Einfuhrsteuer / MwSt
Als bisheriges LDC zoll- und kontingentfreier EU-Marktzugang über Everything But Arms (Übergangsfrist bis 1.1.2029 nach dem LDC-Austritt am 13.12.2024). CEEAC- und AfCFTA-Präferenzen; kein Abkommen mit der Schweiz/EFTA.
Genehmigungs- und Verbotspflichten u.a. für Waffen und Munition, Suchtmittel, geschützte Arten (CITES) sowie bestimmte Lebensmittel, Tiere und Pflanzen (Biosicherheit).
Kein eigenes Sanktionsregime; als UN-Mitglied Umsetzung der Sanktionen des UN-Sicherheitsrats. Keine umfassenden internationalen Sanktionen gegen das Land.
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Afrika. Je nach Zielland können Dokumentenanforderungen, Vorabfreigaben und lokale Abläufe stark variieren.
Hinweis: Anforderungen hängen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und Empfänger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/übergreifende Quellen. Länderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergänzt.
Kleine, stark importabhängige Inselwirtschaft; geringe Hafentiefe in Ana Chaves erzwingt Umschlag über Regional-Hubs (Lomé, Libreville, Lissabon). Wenige Schiffsanläufe und hohe Frachtkosten.
Tropisch-feuchtes Äquatorialklima; Hauptregenzeit Oktober bis Mai mit Starkregen, die Strassen und Umschlag beeinträchtigen können. Kurze Trockenzeit (Gravana) Juni bis September.
2022 erhielt das Konsortium SAFEBOND eine 30-jährige Hafenkonzession und soll den Tiefwasserhafen Fernão Dias (rund 16 m Tiefgang) bauen. ASYCUDA World 4.4 ist seit Mai 2025 in Betrieb.
Stand: 2026-07-01
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
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Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Seit dem 1. Juni 2023 gilt eine Mehrwertsteuer (IVA) mit einem Normalsatz von 15 Prozent. Grundnahrungsmittel sind um 50 Prozent reduziert (effektiv 7,5 Prozent). Hinzu kommen gestaffelte Einfuhrzölle von rund 5, 10 und 20 Prozent je nach Warengruppe.
Die Abfertigung läuft elektronisch über ASYCUDA World; seit dem 1. Mai 2025 ist die Version 4.4 in Betrieb. Zuständig ist die Direcção das Alfândegas im Finanzministerium, den Hafenbetrieb führt die staatliche ENAPORT.
Wichtigster Hafen ist Ana Chaves bei São Tomé. Wegen geringer Wassertiefe (rund 3 Meter am Kai) ankern grössere Schiffe auf Reede; die Ladung wird per Leichter umgeschlagen oder über Regional-Hubs zugebracht. Ein Tiefwasserhafen in Fernão Dias ist geplant.
Ja. Trotz des LDC-Austritts am 13. Dezember 2024 behält São Tomé und Príncipe während einer Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2029 den zoll- und kontingentfreien EU-Marktzugang über Everything But Arms. Hauptbegünstigtes Ausfuhrgut ist Kakao.
Die Landeswährung ist der Dobra (STN), seit dem 1. Januar 2010 im Rahmen eines Abkommens mit Portugal fest an den Euro gebunden (1 EUR = 24,5 STN). Am 1. Januar 2018 wurde die Währung im Verhältnis 1000 zu 1 umgestellt.
Luftfracht läuft über den São Tomé International Airport (TMS); die Insel Príncipe verfügt über einen kleineren Flughafen (PCP) für den Inlandsverkehr. Verbindungen bestehen vor allem nach Lissabon, Luanda und Libreville.
Wichtigstes Ausfuhrgut ist Kakao, daneben Kaffee, Palmöl und Fisch. Eingeführt werden vor allem Treibstoffe, Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge und Konsumgüter. Wichtige Handelspartner sind Portugal, Angola und Gabun.
Für internationale Transporte helfen diese Begriffe als Schnellstart: