Rotes Meer: Suez, Bab el-Mandeb und Folgen für Transitzeiten
Wochenzahlen vom 1. Oktober 2026. Ein Angriff kann die Route innerhalb von Tagen wieder Richtung Kap drehen. Für Buchungen Reeder- und Versicherer-Advisories nutzen.
Suez-Transits, Schnitt der vier Wochen bis 27. September 2026
Letzte Einzelwoche 21.–27.09.: 278, Vorwoche 295. Juni-Schnitt: 252. Keine Tageszahl.
Quelle: Lloyd’s List Intelligence — Red Sea Brief (1 Oct 2026), 2026Bab-el-Mandeb-Durchfahrten 21.–27. September 2026 (vorläufig)
Vorwoche 264. 4-Wochen-Schnitt 280. Juni 316, Januar 257. Andere Tracker liegen tiefer; die Spanne nicht zu einer Zahl glätten.
Quelle: Lloyd’s List Intelligence — Red Sea Brief (1 Oct 2026), 2026Suez statt Kap auf Asien–Europa, wenn die Rückkehr hält
Windward: Container-Transits durch Suez März–September von 139 auf 221. Westliche Carrier fahren Bab el-Mandeb überwiegend mit ausgeschaltetem AIS.
Quelle: Hellenic Shipping News / Windward (2026), 2026Betriebslage (Stand: 2. Oktober 2026)
| Thema | Stand | Lage |
|---|---|---|
| Suez-Verkehr | Erhöht, nicht geschlossen. 4-Wochen-Schnitt bis 27.09.: 287 Transits/Woche. Woche 21.–27.09.: 278. | Volatil |
| Bab el-Mandeb | Offen und belebt, vorläufig 290 in der Woche 21.–27.09. EU-Mission Aspides: Schiffe stehen laut Kaja Kallas in der Warteschlange, weil Geleit fehlt. | Volatil |
| Huthi-Risiko | Angriffe seit dem Sommer vor allem auf Schiffe mit saudischem Bezug. ACLED: 10 Handelsschiffe angegriffen, mindestens 6 getroffen. Am 4.08. sank die Faize Noore Oliya, am 11.08. starben vier Besatzungsmitglieder auf der Tihama. Die Gruppe kann die Zielauswahl ausweiten. | Volatil |
| Rohöl durch Suez | Woche bis 27.09.: 53 Rohöl-Transits (6,7 Mio. dwt), tiefster Tonnagewert seit Mitte Juli. Ursache: saudische Mengen liefen nach der Huthi-Sperre und dem Yanbu-Ausfall nicht mehr südwärts. | Volatil |
| Kap-Umfahrung | Weiter die Ausweichroute. Rückkehr über Suez spart ein bis zwei Wochen. Ein einzelner Treffer bei Bab el-Mandeb kann den Gewinn umkehren. | In Kraft |
Wochenzahlen, keine Tagesgarantie. Verbindlich für die einzelne Reise: Reeder-Advisory, Kriegskasko und die Meldungen von UKMTO/JMIC.
Zwei Nadelöhre, eine Strecke
Suez verkürzt den Weg Asien–Europa gegenüber dem Kap. Bab el-Mandeb sitzt am Südende. Wer nur den Kanal liest und die Meerenge nicht, bucht eine Strecke, die am Südausgang enden kann.
Was die Rückkehr für Laufzeiten heisst
Von März bis September 2026 sind die Container-Transits durch Suez nach Windward von 139 auf 221 gestiegen. Die grossen Schiffe der Asien–Europa-Dienste legten am stärksten zu. Die Rückfahrt nach Asien kam zuerst: Reeder stellen Schiffe und Leercontainer um, bevor die vollen Ladungen von Asien nach Europa wieder durchs Rote Meer gehen. Gegenüber dem Kap sind das ein bis zwei Wochen weniger. City-Pair-Bänder stehen im Transit-Index, zum Beispiel Shanghai–Hamburg. Das ist kein Carrier-Angebot.
Die Rückkehr ist brüchig. Westliche Carrier passieren Bab el-Mandeb überwiegend ohne AIS. Die Huthi sagen, sie zielten auf saudisch verbundenen Verkehr. ACLED hält fest, dass Eigentum, Management, Ladung und Hafenanläufe schon als Bezug gelten können — und dass die Liste sich ausweiten kann. Für eine Buchung zählen das Advisory des Reeders und die Kriegsversicherung, nicht die Wochenstatistik.
Verlauf: von der Umfahrung zur teilweisen Rückkehr
Umfahrungen über das Kap häufen sich
Nach Angriffen auf die Handelsschifffahrt verlegen viele Liniendienste Asien–Europa um Afrika. UNCTAD dokumentiert die längere Route.
Huthi-Sperre gegen saudische Häfen
Ab dem 20. Juli meiden Tanker die Südfahrt von Yanbu. Lloyd’s List: die wöchentlichen Rohöl-Transits durch Suez steigen danach im Schnitt auf 67, bis der East-West-Ausfall Mitte September die Menge wieder drückt.
Tihama: vier Tote, Faize Noore Oliya bereits gesunken
ACLED: die Huthi griffen zehn Handelsschiffe an, mehrheitlich mit saudischem Bezug. Am 4. August sank die Faize Noore Oliya, am 11. August starben vier Besatzungsmitglieder auf der Tihama.
Suez-Schnitt 287, Bab el-Mandeb 290, Rückkehr nicht abgeschlossen
Lloyd’s List Intelligence: Verkehr über beiden Nadelöhren liegt über dem Januar, Bab el-Mandeb aber unter dem Juni-Hoch. Containerdienste kommen zurück, viele mit AIS aus. Geleit der EU-Mission Aspides reicht nicht für alle Anfragen.
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Häufige Fragen
Ist der Suezkanal geschlossen?›
Nein. In den vier Wochen bis zum 27. September 2026 lagen die Transits im Schnitt bei 287 pro Woche (Lloyd’s List Intelligence, Brief vom 1. Oktober). Das ist ein Wochenschnitt, keine Zusage für morgen. Bab el-Mandeb bleibt das Risiko auf derselben Strecke.
Wie viel länger ist die Kap-Route?›
Die Rückkehr durchs Rote Meer spart auf Asien–Europa derzeit ein bis zwei Wochen gegenüber dem Kap (Windward, März–September 2026). Das ist eine Grössenordnung aus den Fahrten, kein Angebot eines Reeders. Den konkreten City-Pair zeigt der Transit-Index.
Welche Schiffe sind im Roten Meer besonders gefährdet?›
Seit dem Sommer 2026 nach ACLED vor allem Schiffe mit saudischem Bezug: Flagge, Reederei, Ladung oder Hafenanlauf können reichen. Zehn Handelsschiffe wurden angegriffen, mindestens sechs getroffen. Die Huthi können die Kriterien erweitern. Deshalb AIS aus bei westlichen Carriern keine Entwarnung ist.
Quellen & weiterführende Autoritäten
- ReferenzLloyd’s List Intelligence — Red Sea Brief (1 Oct 2026)
- AutoritätACLED — Houthi gains and Red Sea shipping risk
- ReferenzHellenic Shipping News / Windward — Suez container return (2026)
- AmtlichEIA — World Oil Transit Chokepoints
- AutoritätUNCTAD — Review of Maritime Transport
- AmtlichSuez Canal Authority
- AmtlichIMO — Maritime Security