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Aktives Konfliktgebiet: Transitlage, Prämien und Preise ändern sich teils täglich. Diese Seite dokumentiert den redaktionell geprüften Stand zum angegebenen Datum — für operative Entscheidungen UKMTO/JMIC-Warnmeldungen und Reeder-Advisories heranziehen.
Öl-Transit durch die Strasse von Hormus (1. Halbjahr 2025, Normalbetrieb)
Entspricht rund 20% des weltweiten Verbrauchs an Erdölflüssigkeiten
Quelle: EIA World Oil Transit Chokepoints, 2025UKMTO AIS-Transits (VRA-Overview 21.08.2026)
AIS-erkannte Transits rund 90 % unter Vorkrieg (Woche bis 21.08.: 89 outbound + 103 inbound). Wochenende 22.–23.08. (Kpler, vorläufig): 13 bzw. 4 Commodity-Transits; Freitag 16. AIS unterzeichnet Dark-Transits. Woche bis 07.08. noch ~4 % als älterer Vergleich.
Quelle: UKMTO VRA Overview (produced 21 Aug 2026), 2026War-Risk-Versicherungsprämie pro Transit (Juli/August 2026)
VLCC-Deckung teils > 10 Mio. USD pro Transit. Vor dem Krieg: ~0,25 % (ca. 250 000 USD).
Quelle: Lloyd's List / trade press (July–Aug 2026), 2026Verfügbare Pipeline-Ausweichkapazität (Saudi East-West, Habshan–Fujairah)
Kann nur einen Bruchteil der Transitmenge ersetzen — der Rest ist ohne die Meerenge nicht exportierbar
Quelle: IEA, 2025| Faktor | Lage / Wert | Status |
|---|---|---|
| Durchfahrt / Transitverkehr | Kommerziell praktisch blockiert / Hochrisiko. UKMTO Woche bis 21.08.: 89 outbound + 103 inbound, AIS ~90 % unter Vorkrieg. Wochenende 22.–23.08. (Kpler): 13 Sa + 4 So Commodity-Transits (Fr. 16). AIS unterzeichnet Dark-Transits. Vor Krise: ~130–140/Tag. | Volatil |
| War-Risk-Versicherung | Weiter ~7,5–10 % des Schiffswerts pro Transit; VLCC teils > 10 Mio. USD. Vor Krieg: ~0,25 %. | Volatil |
| Sicherheit / Vorfälle | JMIC: Threat «severe», Angriff «highly likely». UKMTO: 23 Vorfälle mit Projektileinschlägen/Schäden seit 06.07.; UKMTO 115-26 (18.08., Crew-Casualty bei Khasab). Minen-/GNSS-Risiken. | Volatil |
| Sanktions- / Compliance-Risiko | OFAC (24.08.): Operation Economic Outcast — knapp 60 Listungen; Sektoren Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie, Digital Assets. Warnung vor Hormuz-Passage- und iranischen Versicherungsleistungen. Iran: Non-Compliant-Liste rund 45–46 Schiffe (Haft/Beschlagnahme, STS-Ansteckung). | Volatil |
| Pipeline-Bypass | East-West + Habshan–Fujairah: geschätzt 3,5–5 Mio. b/d verfügbar — Bruchteil der Normalmenge; Katar-LNG ohne Umgehung | In Kraft |
| Diplomatischer Prozess | 60-Tage-Fenster um den 18.08. abgelaufen — keine belastbare Wiederöffnung. Oman/Iran-Gespräche am 21.08. gemeldet, ohne bestätigte Öffnung. Iran knüpft Öffnung weiter an US-Zugeständnisse. | Volatil |
| Preiswirkung Energie | Brent im August volatil (Anfang Aug. ~80–87 USD/Barrel; Peak April ~126 USD). EU-Gas zeitweise von ~30 auf >60 EUR/MWh. Keine tagesgenaue Spot-Zahl ohne Primärquelle. | Volatil |
Lagebild eines aktiven Konflikts — Werte können sich täglich ändern. Tracker (MarineTraffic, JMIC, PortWatch) divergieren; Spannen statt Scheinpräzision. Verbindlich: UKMTO, IMO und Flaggenstaaten.
Die Meerenge zwischen Oman und Iran verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie ist tief und breit genug für die grössten Rohöltanker der Welt (VLCC) und bündelt die Exporte von Saudi-Arabien, Irak, VAE, Kuwait, Katar und Iran. 2025 passierten im Schnitt rund 20 Mio. Barrel Öl pro Tag die Strasse — etwa 20% des weltweiten Verbrauchs und ein Viertel des seewärts gehandelten Öls (EIA/IEA). Dazu kommt rund ein Fünftel des globalen LNG-Handels, fast vollständig aus Katar.
Die Ausweichoptionen sind strukturell begrenzt: Die saudische East-West-Pipeline zum Roten Meer und die Habshan–Fujairah-Pipeline der VAE bieten zusammen geschätzt 3,5–5 Mio. b/d verfügbare Kapazität — ein Bruchteil der Transitmenge. Katars LNG hat gar keine Umgehung. Deshalb wirkt jede Störung sofort global auf Energiepreise, Frachtraten und Versicherungskosten.
1) Blockade ab 28.02.2026: Transit bricht ein, Versicherer ziehen sich zurück, DFC-Rückversicherung (März) ermöglicht Teilflüsse. 2) MoU-/Verhandlungsfenster ab 17.06.: kurze Erholung, die nicht hält. 3) Jul-Eskalation: erneute Tanker-Angriffe, US-Schläge, War-Risk 7,5–10 %. 4) Aug-Diplomatie ohne physische Normalisierung: 60-Tage-Fenster um den 18.08. abgelaufen; UKMTO 115-26. 5) Spät-August: Wochenend-Tief (13+4 Transits), iranische Non-Compliant-Liste (~45–46 Schiffe), OFAC Operation Economic Outcast — Sanktionsrisiko neben dem Sicherheitsrisiko.
Für Spediteure und Verlader ist der Verlauf entscheidend: Wer nur den Ist-Zustand liest, unterschätzt, wie oft sich «öffnungsnahe» Diplomatie und physische Sperre abwechseln. Operative Entscheidungen brauchen UKMTO/JMIC-Primärquellen und tagesaktuelle Reeder-Advisories — nicht nur Schlagzeilen.
Direkt betroffen sind Verkehre von und zu den Golfhäfen (Jebel Ali, Dammam, Hamad, Kuwait, Bandar Abbas): Reeder erheben War-Risk-Surcharges, streichen Abfahrten oder bedienen Häfen nur noch ausserhalb der Meerenge (z. B. Fujairah, Salalah, Duqm, Khor Fakkan). Buchungen brauchen längere Vorläufe; Kaskoversicherer verlangen teils tagesaktuelle Freigaben.
Indirekt trifft die Krise praktisch jede Supply Chain über den Energiepreis: Bunker-Zuschläge (BAF) steigen mit dem Ölpreis, Luftfracht verteuert sich über Kerosin, energieintensive Vorprodukte geben Kosten weiter. Golfverkehre: Kriegs-/Streikklauseln, Force Majeure und Preisgleitklauseln prüfen.
Operativ (Juli/August 2026): Emergency-Freight teils bis ~3’800 USD/Container für Golfverkehre; zusätzliche Kosten bei Passage; Congestion in indischen Transshipment-Häfen (Mundra, Nhava Sheva). JMIC erwartet weiter reduzierten Verkehr; Minen- und GNSS-Störungen erhöhen das Navigationsrisiko. Seit dem 24.08. reicht eine reine Fahrprüfung nicht mehr: Schiff und IMO-Nummer, Reederei, Eigentümer, Betreiber, Charterer, Empfänger, Banken und beteiligte Dienstleister sollten geprüft werden — besonders bei kurzfristigen Schiffswechseln, Ship-to-Ship-Umladungen und ungewöhnlichen Zahlungswegen. OFAC empfiehlt verstärkte Prüfung von Schiffen, die Hormuz passieren.
Für operative Entscheidungen zählen Primärquellen: UKMTO (Sicherheitswarnungen), JMIC (Threat-Assessments), IMO (regulatorisch), EIA/IEA (Transit-/Kapazitätsdaten). AIS-Tracker (MarineTraffic u. a.) und Live-Seiten liefern schnelle Signale, divergieren aber — immer gegen UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories prüfen. In einem aktiven Konflikt veralten Zahlen innerhalb von Tagen.
Bereits 2025 zeigten War-Risk-Prämien und Umroutungen, wie sensibel die Meerenge auf Eskalationen reagiert.
Nach US-israelischen Schlägen gegen Iran bricht der Transit ein: Brent springt 10–13%, EU-Gaspreise verdoppeln sich zeitweise; Schiffsbewegungen fallen um über 90%.
Führende Versicherer ziehen sich zurück; über 1000 Schiffe sitzen zeitweise im Golf fest. Prämien erreichen 1–5% des Schiffswerts.
Das DFC-Programm (Lead: Chubb) übernimmt Hull-, Haftungs- und Cargo-Risiken für qualifizierte Transite und ermöglicht die teilweise Wiederaufnahme der Ölflüsse.
Beide Seiten vereinbaren Gespräche über eine dauerhafte Regelung; Transitverkehr erholt sich vorübergehend — das Fenster hält nicht.
Iran nimmt Angriffe auf Tanker wieder auf, die USA antworten mit Luftschlägen. Mitte Juli meldet Iran die erneute Schliessung; War-Risk-Prämien steigen auf 3–10 % und konzentrieren sich auf 7,5–10 %.
MarineTraffic 24.–26.07.: 29 Querungen. Schätzungen inkl. AIS-off damals ~30–40/Tag — später im August nochmals tiefer.
Oman übergibt Iran einen GCC-gestützten Plan für gemeinsames Management (keine iranische Alleinkontrolle). Formelle iranische Annahme bleibt aus; der Plan wird im August von neuen Bedingungen Teherans überholt.
Zwei Tanker werden vor Oman nahe der Meerenge getroffen (einer mit Gasladung). Die physische Lage bleibt trotz Deal-Hoffnungen hochvolatil.
Koordinaten einer Transitroute durch omanische und iranische Gewässer sollen weitgehend stehen; Teheran betont, die Meerenge bleibe geschlossen, bis Washington Sanktionen, Reparationen und die Blockade adressiert.
VAE werfen Iran einen Raketenangriff auf ein ADNOC-Schiff vor (keine Verletzten, Rückkehr nach Fujairah). JMIC: 84 Vorfälle seit 01.03.; am 8.08. nur 8 Cargo + 2 Tanker; Angriff «highly likely».
Aussenminister Araghchi: Iran–Oman nahe einer Vereinbarung, aber keine Öffnung ohne US-Schritte (Sanktionen, Reparationen). UKMTO: Transit in der Woche bis 07.08. bei ~4 % des Vorkriegsniveaus.
Mehrere UAV- und Projektiltreffer auf Tanker und Bulk Carrier, darunter ADNOC-Schiffe. JMIC hält die Bedrohung bei «severe»; Verkehr bleibt stark unterdrückt.
Keine belastbare Wiederöffnung nach Ablauf des Verhandlungsfensters. UKMTO Warning 115-26: Projektiltreffer outbound bei Khasab, Maschinenschaden, Crew-Casualty; omanische Küstenwache unterstützt. Transit bleibt kommerziell unterdrückt.
Offizielle UKMTO-Übersicht (produced 21.08.): AIS-erkannte Transits rund 90 % unter dem Vorkriegsniveau und seit dem Peak 24.–26.06. rückläufig. Südliche Oman-Route höchstes Risiko (16 von 18 Projektiltreffern seit 06.07.). JMIC weiter «severe»; IMO-TSS weiter ausgesetzt. Keine bestätigte Wiederöffnung.
Kpler (vorläufig): Samstag 13, Sonntag 4 Commodity-Durchfahrten — nach 16 am Freitag. AIS-Zahlen können Dark-Transits unterzeichnen. UKMTO-Woche bis 21.08.: 89 Ausfahrten, 103 Einfahrten; AIS weiter ~90 % unter Vorkrieg.
Die iranische «Persian Gulf Strait Authority» veröffentlicht eine Non-Compliant-Liste (Quellen: 45 bzw. 46 Schiffe, u. a. ADNOC, Bahri, Nakilat, Navig8, Stolt, Sinokor). Drohung: Bussen, Haft, Beschlagnahme; STS mit gelisteten Schiffen kann ebenfalls listen.
US-Treasury: knapp 60 Personen, Firmen und Schiffe neu gelistet; Sektorbestimmungen für Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie und Digital Assets. OFAC warnt ausdrücklich vor Sanktionsrisiken bei Hormuz-Passage sowie iranischen Passage- oder Versicherungsleistungen.
10. Sept. 2026
Wo Fracht aktuell hängen bleibt: Suez, Piraterie, Taifune, Streik-Nachlauf, Mundra, Panama, Schwarzes Meer und Afrika – mit Verzögerungen und Praxistipps.
19. Aug. 2026
Auf dem Rhein fehlt Transportkapazität, gleichzeitig stockt der Ölverkehr durch Hormus. Benzin und Diesel sind vorhanden, die Reserven stehen aber bereit.
19. Aug. 2026
China verlagert seine Öltransporte weg von Hormus und Bab al-Mandeb. Gleichzeitig zeigt ein tödlicher Angriff auf einen Frachter, wie hoch das Risiko weiterhin ist.
22. Juli 2026
Der Nahost-Konflikt belastet Indiens Containerverkehr. In Mundra und Nhava Sheva fehlen Schiffsplätze, während Frachtraten, Demurrage und weitere Zuschläge steigen.
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Stand 25.08.2026: kommerziell praktisch ja — Hochrisiko, Transit stark unterdrückt. UKMTO (VRA 21.08.): AIS-Transits rund 90 % unter Vorkrieg (Woche 89 aus / 103 ein). Wochenende 22.–23.08. (Kpler): 13 bzw. 4 Commodity-Transits. Das 60-Tage-Fenster ist um den 18.08. abgelaufen. Vereinzelt fahren Schiffe unter Hochrisiko. Verbindlich: UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories.
Nicht bestätigt. Das 60-Tage-Verhandlungsfenster ist um den 18.08.2026 abgelaufen — ohne belastbare Wiederöffnung. Teheran knüpft eine Öffnung weiter an US-Zugeständnisse. Frühere Fenster (MoU Juni) hielten nicht. Solange JMIC «severe» und War-Risk ~7,5–10 % bleiben, ist keine kommerzielle Normalisierung zu erwarten.
Im Normalbetrieb (1. Halbjahr 2025) laut EIA durchschnittlich 20,9 Mio. Barrel pro Tag — rund 20% des weltweiten Verbrauchs. Kpler beziffert die Clearance über das 60-Tage-Fenster auf etwa 6,1 Mio. b/d — rund 40 % der ~15 Mio. b/d, die Hormuz 2025 im Schnitt am Rohöl trug. Das ist ein Fenster-Mittel, keine Tageszahl. Seit Februar 2026 ist der tatsächliche Durchsatz massiv unterdrückt.
Juli/August 2026: typisch 7,5–10 % des Schiffswerts pro Transit; VLCC-Deckungen teils über 10 Mio. USD. Vor dem Krieg rund 0,25 % (ca. 250 000 USD). Die Sätze ändern sich mit der Lage teils täglich.
Nur begrenzt: East-West-Pipeline (Saudi) und Habshan–Fujairah (VAE) zusammen geschätzt 3,5–5 Mio. b/d — Bruchteil von ~20 Mio. b/d. Katar-LNG ohne Umgehung. Containerverkehre können teilweise auf Fujairah, Salalah, Duqm, Khor Fakkan ausweichen.
UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories täglich prüfen; War-Risk- und Emergency-Zuschläge in Offerten transparent ausweisen; Ausweichhäfen ausserhalb der Meerenge einplanen; Force-Majeure- und Kriegs-/Streikklauseln in Verträgen aktualisieren; Kunden über Laufzeit- und Preisvolatilität informieren. Schiff, IMO, Reederei, Eigentümer, Betreiber, Charterer und Zahlungswege gegen OFAC- und iranische Non-Compliant-Listen prüfen. Keine Passage ohne aktuelle Freigabe von Versicherer und Carrier.
Seit dem 24.08.2026 (OFAC Operation Economic Outcast) können Zahlungen oder Dienstleistungen rund um die Hormuz-Durchfahrt ein US-Sanktionsrisiko auslösen — einschliesslich iranischer Passage- oder Versicherungsleistungen. OFAC hat knapp 60 Personen, Firmen und Schiffe neu gelistet und Sektoren Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie und Digital Assets erweitert. Parallel droht Iran gelisteten Schiffen (rund 45–46) mit Haft und Beschlagnahme; STS mit diesen Schiffen kann ebenfalls listen. Das ist keine Rechtsberatung — verbindlich sind OFAC, Flaggenstaat und die eigene Compliance.