Strasse von Hormus: Lage, Öl-Transitvolumen und Folgen für die Logistik
Aktives Konfliktgebiet: Transitlage, Prämien und Preise ändern sich teils täglich. Diese Seite dokumentiert den redaktionell geprüften Stand zum angegebenen Datum — für operative Entscheidungen UKMTO/JMIC-Warnmeldungen und Reeder-Advisories heranziehen.
Öl-Transit durch die Strasse von Hormus (1. Halbjahr 2025, Normalbetrieb)
Entspricht rund 20% des weltweiten Verbrauchs an Erdölflüssigkeiten
Quelle: EIA World Oil Transit Chokepoints, 20257-Tage-Schnitt der Hormuz-Clearance bis 13.10.2026
Kpler-Briefing 15.10.: 11,617 Mio. b/d, etwa 68 % der Basis 17,145 Mio. Einzeltage schwanken stark und sind Untergrenzen. Transit ohne iranische Schiffe am 13.10.: 4,5 Mio. b/d, 7-Tage-Schnitt 9,2 Mio. Die BBC nennt für den 13.10. etwa 12,6 Mio. b/d, unter 15 Mio. Ende September. September bleibt separat: 9,9 Mio. bestätigt durch die Strasse. Tankerquerungen: 7-Tage-Schnitt 13 gegen 50 vor dem Krieg.
Quelle: Kpler media briefing (15 Oct 2026); BBC (Kpler, 13 Oct), 2026Letzte öffentliche War-Risk-Spanne pro Transit (keine neuere Quote zum 18.10.)
VLCC-Deckung teils > 10 Mio. USD pro Transit. ENOC (09.09.): Transitkosten oft 10–20 Mio. USD inkl. Cargo. Vor dem Krieg: ~0,25 % (ca. 250 000 USD).
Quelle: Lloyd's List / trade press (July–Aug 2026), 2026Pipeline-Ausweichkapazität — Yanbu 10.–12.10. weiter mit VLCC belegt
Strukturell 3,5–5 Mio. b/d. Kpler-Briefing 15.10.: Satellitenbilder zeigen 10.–12.10. VLCCs in Yanbu und Juaymah. Ein neues Datum für die volle Petroline-Reparatur liegt nicht vor; die letzte Spanne war 4–6 Wochen ab 27.09. Habshan–Fujairah bleibt. Katar-LNG ohne Umgehung. Produkte durch die Strasse: letzte belegte Zahl weiter Guardian/Kpler vom 01.10. (unter 20 %, 677 000 b/d).
Quelle: IEA, 2025Betriebslage & Kostenfaktoren (Stand: 18. Oktober 2026)
| Faktor | Lage / Wert | Status |
|---|---|---|
| Durchfahrt / Transitverkehr | Hochrisiko, keine Normalöffnung. Kpler bis 13.10.: 7-Tage-Clearance 11,6 Mio. b/d, etwa 68 % der Basis. Tankerquerungen im 7-Tage-Schnitt 13 gegen 50 vor dem Krieg. Am 13.10. vier Ausfahrten, keine Einfahrt — eine Untergrenze. September bleibt 9,9 Mio. b/d bestätigt durch die Strasse. | Volatil |
| War-Risk-Versicherung | Weiter ~7,5–10 % des Schiffswerts pro Transit; VLCC teils > 10 Mio. USD. ENOC (09.09.): Transitkosten oft 10–20 Mio. USD. Vor Krieg: ~0,25 %. | Volatil |
| Sicherheit / Vorfälle | BBC/UKMTO: 05.–11.10. zwölf gemeldete Angriffe, die Woche davor zehn. IMO/CNBC: elf Tanker in der Woche bis 04.10. Kpler: alle 32 Querungen 10.–13.10. dunkel oder Route unbekannt. Die Zählungen sind Untergrenzen, weil viele Schiffe nicht melden. US-Blockade iranischer Häfen weiter in Kraft. | Volatil |
| Sanktions- / Compliance-Risiko | OFAC (24.08.): Operation Economic Outcast — knapp 60 Listungen; Sektoren Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie, Digital Assets. Warnung vor Hormuz-Passage- und iranischen Versicherungsleistungen. Iran: Non-Compliant-Liste rund 45–46 Schiffe (Haft/Beschlagnahme, STS-Ansteckung). | Volatil |
| Pipeline-Bypass | East-West nach dem Angriff 10.–11.09. wieder angelaufen. Kpler-Briefing 15.10.: 10.–12.10. weiter VLCCs in Yanbu und Juaymah. Ein neues Fertigstellungsdatum fehlt; die letzte Spanne war 4–6 Wochen ab 27.09. Habshan–Fujairah bleibt. Katar-LNG ohne Umgehung. | Volatil |
| Diplomatischer Prozess | Keine Öffnung. Kpler: Gespräche am 22.09. wieder aufgenommen, Washington lehnte ein iranisches Angebot ab, die Strasse in 7 Tagen zu öffnen, wenn die Blockade falle. NYT (02.10., Eurasia Group): Pattsituation, keine Seite weicht. Mehr Öl ist kein Friedenssignal. | Volatil |
| Preiswirkung Energie | Guardian (01.10.): Brent kurz wieder über 100 USD, plus 3 % auf etwa 101 USD. Peak April ~126 USD. Diesel in Grossbritannien am 28.09. bei einem Rekord von 199,18 Pence/Liter — Raffinerieprodukte durch Hormus laut Kpler weiter unter 20 % des Vorkriegs. Mehr Rohöl heisst nicht billigerer Diesel. | Volatil |
Lagebild eines aktiven Konflikts — Werte können sich täglich ändern. Tracker (MarineTraffic, JMIC, PortWatch) divergieren; Spannen statt Scheinpräzision. Verbindlich: UKMTO, IMO und Flaggenstaaten.
Warum die Strasse von Hormus nicht ersetzbar ist
Die Meerenge zwischen Oman und Iran verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie ist tief und breit genug für die grössten Rohöltanker der Welt (VLCC) und bündelt die Exporte von Saudi-Arabien, Irak, VAE, Kuwait, Katar und Iran. 2025 passierten im Schnitt rund 20 Mio. Barrel Öl pro Tag die Strasse — etwa 20% des weltweiten Verbrauchs und ein Viertel des seewärts gehandelten Öls (EIA/IEA). Dazu kommt rund ein Fünftel des globalen LNG-Handels, fast vollständig aus Katar.
Die Ausweichoptionen sind strukturell begrenzt — und im September 2026 zusätzlich unterbrochen: Die saudische East-West-Pipeline wurde nach dem Drohnenangriff vom 10.–11.09. stillgelegt und lädt seit dem 27.09. wieder in Yanbu. Kpler sah 10.–12.10. weiter VLCCs dort; ein neues Fertigstellungsdatum fehlt. Die letzte Spanne war 4–6 Wochen ab 27.09. Die Habshan–Fujairah-Pipeline der VAE blieb durchgehend. Zusammen lagen die beiden Systeme strukturell bei geschätzt 3,5–5 Mio. b/d — ein Bruchteil der Transitmenge. Im September umgingen 40 % des regionalen Rohöls die Strasse, vorher 17 %. Katars LNG hat gar keine Umgehung. Deshalb wirkt jede Störung sofort global auf Energiepreise, Frachtraten und Versicherungskosten.
Sieben Phasen der Krise (Verlauf 2026)
1) Blockade ab 28.02.2026: Transit bricht ein, Versicherer ziehen sich zurück, DFC-Rückversicherung (März) ermöglicht Teilflüsse. 2) MoU-/Verhandlungsfenster ab 17.06.: kurze Erholung, die nicht hält. 3) Jul-Eskalation: erneute Tanker-Angriffe, US-Schläge, War-Risk 7,5–10 %. 4) Aug-Diplomatie ohne physische Normalisierung: 60-Tage-Fenster um den 18.08. abgelaufen; UKMTO 115-26. 5) Spät-August: OFAC Operation Economic Outcast, iranische Non-Compliant-Liste. 6) September: Pendelverkehr und Pipelines heben die Rohölmenge; East-West fällt am 11.09. aus und läuft Ende des Monats wieder an. 7) Anfang Oktober: regionale Exporte ohne Iran auf Vorkriegsniveau, Durchfahrt weiter unter Beschuss, Produkte und Versicherung nicht normalisiert.
Für Spediteure und Verlader ist der Verlauf entscheidend: Wer nur den Ist-Zustand liest, unterschätzt, wie oft sich «öffnungsnahe» Diplomatie und physische Sperre abwechseln. Operative Entscheidungen brauchen UKMTO/JMIC-Primärquellen und tagesaktuelle Reeder-Advisories — nicht nur Schlagzeilen.
Was die Krise für Spediteure und Verlader bedeutet
Direkt betroffen sind Verkehre von und zu den Golfhäfen (Jebel Ali, Dammam, Hamad, Kuwait, Bandar Abbas): Reeder erheben War-Risk-Surcharges, streichen Abfahrten oder bedienen Häfen nur noch ausserhalb der Meerenge (z. B. Fujairah, Salalah, Duqm, Khor Fakkan). Buchungen brauchen längere Vorläufe; Kaskoversicherer verlangen teils tagesaktuelle Freigaben.
Indirekt trifft die Krise praktisch jede Supply Chain über den Energiepreis: Bunker-Zuschläge (BAF) steigen mit dem Ölpreis, Luftfracht verteuert sich über Kerosin, energieintensive Vorprodukte geben Kosten weiter. Golfverkehre: Kriegs-/Streikklauseln, Force Majeure und Preisgleitklauseln prüfen.
Operativ (18. Oktober 2026): die 7-Tage-Clearance bis 13.10. liegt bei im Schnitt 11,6 Mio. b/d, etwa 68 % der Vorkriegsbasis. Das ist keine normale Buchung. BBC/UKMTO zählen 05.–11.10. zwölf gemeldete Angriffe. Yanbu war 10.–12.10. weiter mit VLCC belegt; ein neues Reparaturdatum fehlt. Die letzte Produktzahl durch die Strasse bleibt die vom 01.10. War-Risk: letzte öffentliche Spanne 7,5–10 % des Schiffswerts, keine neuere Quote zum 18.10. Seit dem 24.08. reicht eine reine Fahrprüfung nicht mehr: Schiff und IMO-Nummer, Reederei, Eigentümer, Betreiber, Charterer, Empfänger, Banken und beteiligte Dienstleister sollten geprüft werden — besonders bei kurzfristigen Schiffswechseln, Ship-to-Ship-Umladungen und ungewöhnlichen Zahlungswegen. OFAC empfiehlt verstärkte Prüfung von Schiffen, die Hormuz passieren.
Wo verlässliche Lagemeldungen zu finden sind
Für operative Entscheidungen zählen Primärquellen: UKMTO (Sicherheitswarnungen), JMIC (Threat-Assessments), IMO (regulatorisch), EIA/IEA (Transit-/Kapazitätsdaten). AIS-Tracker (MarineTraffic u. a.) und Live-Seiten liefern schnelle Signale, divergieren aber — immer gegen UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories prüfen. In einem aktiven Konflikt veralten Zahlen innerhalb von Tagen.
Zeitleiste: Phasen der Hormus-Krise 2025–2026
Vorlauf · Zwölftägiger Israel-Iran-Luftkrieg
Bereits 2025 zeigten War-Risk-Prämien und Umroutungen, wie sensibel die Meerenge auf Eskalationen reagiert.
Phase 1 · Kriegsbeginn — nahezu vollständige Blockade
Nach US-israelischen Schlägen gegen Iran bricht der Transit ein: Brent springt 10–13%, EU-Gaspreise verdoppeln sich zeitweise; Schiffsbewegungen fallen um über 90%.
P&I-Clubs kündigen War-Risk-Deckungen
Führende Versicherer ziehen sich zurück; über 1000 Schiffe sitzen zeitweise im Golf fest. Prämien erreichen 1–5% des Schiffswerts.
USA legen 20-Mrd.-USD-Rückversicherungsprogramm auf
Das DFC-Programm (Lead: Chubb) übernimmt Hull-, Haftungs- und Cargo-Risiken für qualifizierte Transite und ermöglicht die teilweise Wiederaufnahme der Ölflüsse.
Phase 2 · US-Iran-MoU: 60-Tage-Verhandlungsfenster
Beide Seiten vereinbaren Gespräche über eine dauerhafte Regelung; Transitverkehr erholt sich vorübergehend — das Fenster hält nicht.
Phase 3 · Erneute Eskalation: Tanker-Angriffe, US-Schläge, erneute Schliessung
Iran nimmt Angriffe auf Tanker wieder auf, die USA antworten mit Luftschlägen. Mitte Juli meldet Iran die erneute Schliessung; War-Risk-Prämien steigen auf 3–10 % und konzentrieren sich auf 7,5–10 %.
AIS-Tiefstand: nur 29 verifizierte Querungen in drei Tagen
MarineTraffic 24.–26.07.: 29 Querungen. Schätzungen inkl. AIS-off damals ~30–40/Tag — später im August nochmals tiefer.
Oman/GCC-Plan: freiwillige Transitgebühren; neue iranische Drohungen
Oman übergibt Iran einen GCC-gestützten Plan für gemeinsames Management (keine iranische Alleinkontrolle). Formelle iranische Annahme bleibt aus; der Plan wird im August von neuen Bedingungen Teherans überholt.
Phase 4 · Tanker-Angriffe vor Oman; Diplomatie unter Beschuss
Zwei Tanker werden vor Oman nahe der Meerenge getroffen (einer mit Gasladung). Die physische Lage bleibt trotz Deal-Hoffnungen hochvolatil.
Iran–Oman: Draft-Abkommen «Endphase» — ohne US-Freigabe keine Öffnung
Koordinaten einer Transitroute durch omanische und iranische Gewässer sollen weitgehend stehen; Teheran betont, die Meerenge bleibe geschlossen, bis Washington Sanktionen, Reparationen und die Blockade adressiert.
ADNOC-Tanker-Angriff; JMIC «severe» / UKMTO 108-26
VAE werfen Iran einen Raketenangriff auf ein ADNOC-Schiff vor (keine Verletzten, Rückkehr nach Fujairah). JMIC: 84 Vorfälle seit 01.03.; am 8.08. nur 8 Cargo + 2 Tanker; Angriff «highly likely».
Iran knüpft Wiederöffnung an US-Zugeständnisse; Ölpreis steigt
Aussenminister Araghchi: Iran–Oman nahe einer Vereinbarung, aber keine Öffnung ohne US-Schritte (Sanktionen, Reparationen). UKMTO: Transit in der Woche bis 07.08. bei ~4 % des Vorkriegsniveaus.
Mitte-August-Angriffswelle: ADNOC-Tanker und Bulk Carrier
Mehrere UAV- und Projektiltreffer auf Tanker und Bulk Carrier, darunter ADNOC-Schiffe. JMIC hält die Bedrohung bei «severe»; Verkehr bleibt stark unterdrückt.
60-Tage-Fenster endet; UKMTO 115-26 (Crew-Casualty bei Khasab)
Keine belastbare Wiederöffnung nach Ablauf des Verhandlungsfensters. UKMTO Warning 115-26: Projektiltreffer outbound bei Khasab, Maschinenschaden, Crew-Casualty; omanische Küstenwache unterstützt. Transit bleibt kommerziell unterdrückt.
UKMTO VRA-Overview: AIS-Transits ~90 % unter Vorkriegsniveau
Offizielle UKMTO-Übersicht (produced 21.08.): AIS-erkannte Transits rund 90 % unter dem Vorkriegsniveau und seit dem Peak 24.–26.06. rückläufig. Südliche Oman-Route höchstes Risiko (16 von 18 Projektiltreffern seit 06.07.). JMIC weiter «severe»; IMO-TSS weiter ausgesetzt. Keine bestätigte Wiederöffnung.
Wochenend-Tief: 13 + 4 Commodity-Transits
Kpler (vorläufig): Samstag 13, Sonntag 4 Commodity-Durchfahrten — nach 16 am Freitag. AIS-Zahlen können Dark-Transits unterzeichnen. UKMTO-Woche bis 21.08.: 89 Ausfahrten, 103 Einfahrten; AIS weiter ~90 % unter Vorkrieg.
Iran listet rund 45–46 Schiffe als non-compliant
Die iranische «Persian Gulf Strait Authority» veröffentlicht eine Non-Compliant-Liste (Quellen: 45 bzw. 46 Schiffe, u. a. ADNOC, Bahri, Nakilat, Navig8, Stolt, Sinokor). Drohung: Bussen, Haft, Beschlagnahme; STS mit gelisteten Schiffen kann ebenfalls listen.
OFAC startet Operation Economic Outcast
US-Treasury: knapp 60 Personen, Firmen und Schiffe neu gelistet; Sektorbestimmungen für Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie und Digital Assets. OFAC warnt ausdrücklich vor Sanktionsrisiken bei Hormuz-Passage sowie iranischen Passage- oder Versicherungsleistungen.
UKMTO VRA: AIS weiter ~90 % unter Vorkrieg; Gesamt ~20 % inkl. US-begleitet
Offizielle Übersicht (produced 04.09.): AIS-Transits weiter rund 90 % unter Vorkrieg. Südliche Oman-Route höchstes Risiko. JMIC «severe». 27 Projektiltreffer seit 06.07. Keine diplomatische Lösung. gCaptain (11.09., UKMTO): Woche 108 outbound + 102 inbound inkl. US-begleiteter Passage (~20 Schiffe/Tag Südroute vs. ~6 AIS).
East-West-Pipeline nach Drohnenangriff stillgelegt
Drohnenangriff 10.–11.09. auf die saudische Petroline (Abqaiq–Yanbu). Reuters (17.09.): drei Pumpstationen getroffen; vorsorgliche Stilllegung. Wichtigster Hormuz-Bypass damit vorübergehend ausgefallen. Aramco arbeitet an Not-Bypass; vollständige Reparatur in Wochenlage. Habshan–Fujairah bleibt. CNBC: Brent über 100 USD berichtet.
Nur 3 Commodity-Transits an einem Tag (Kpler/Reuters)
Reuters (17.09.): am 16.09. nur drei Commodity-Schiffe — nach 12 am Vortag, unter dem 10-Tage-Schnitt von ~17. Zahlen ohne AIS-off. Zeigt, dass US-begleitete Teilflüsse keine stabile kommerzielle Passage ersetzen. JMIC weiter «severe».
Gespräche wieder aufgenommen, US lehnt 7-Tage-Öffnung ab
Kpler: Gespräche am 22.09. wieder aufgenommen. Washington lehnte ein iranisches Angebot ab, die Strasse innerhalb von 7 Tagen zu öffnen, wenn die US-Blockade falle. Iranische Durchfahrten bleiben seit Juli nahe null.
East-West/Yanbu wieder in Betrieb
Kpler-Briefing 15.10.: Satellitenbilder zeigen 10.–12.10. weiter VLCCs in Yanbu und Juaymah. Ein neues Datum für die volle Petroline-Reparatur liegt nicht vor. Der Bypass trägt wieder, ersetzt die Strasse aber nicht.
Drei Tanker in der Strasse getroffen
Reuters/Marisks (01.10.): am 29.09. wurden die liberianischen Tanker Al Ruwais, Mersin Prosperity und Sinbad von Geschossen getroffen. Sie fuhren mit ausgeschaltetem AIS. Mehr Durchsatz hat das Angriffsrisiko nicht beendet.
Rohöl der Region ohne Iran auf Vorkriegsniveau, Produkte nicht
Guardian/Kpler (01.10.): mindestens 16,5 Mio. b/d Rohöl verliessen die Region im September, gleich dem Vorkriegsschnitt ohne Iran. Raffinerieprodukte durch die Strasse bleiben unter 20 % (7-Tage-Schnitt 677 000 b/d gegen 3,6 Mio.). Brent kurz bei etwa 101 USD. Lloyd’s List: mehr Öl heisst akzeptierte Komplexität, nicht Sicherheit.
Höchste Wochenzahl getroffener Tanker seit Kriegsbeginn
IMO via CNBC (09.10.): elf Tanker in der Woche bis 04.10. angegriffen, die meisten seit Ende Februar. Fünf weitere in der Folgewoche. Iran hat nach Kpler seit Ende August kein Rohöl mehr geladen.
Clearance fällt, Angriffe und Dunkelverkehr nehmen zu
Kpler-Briefing 15.10.: 7-Tage-Clearance bis 13.10. im Schnitt 11,6 Mio. b/d, etwa 68 % der Basis 17,1 Mio. Am 13.10. vier Ausfahrten, keine Einfahrt. Alle 32 Querungen vom 10. bis 13.10. dunkel oder Route unbekannt. Abends Brand im Aramco-Hauptquartier in Dhahran, keine Verletzten, keine direkte Folge für die Ölmenge. BBC: etwa 12,6 Mio. b/d am 13.10. — andere Reihe als der bestätigte Tagestransit.
Aktuelle News zu diesem Thema
Alle News22. Okt. 2026
Hormus: Wenig Schiffsverkehr und grosse Lücken im Lagebild
UKMTO nennt 254 Hormus-Durchfahrten in sieben Tagen. Die Zahlen sind teilweise ungeprüft, und viele angegriffene Schiffe melden Vorfälle nicht direkt.
21. Okt. 2026
Hormus: Bericht beschreibt neue Angriffstaktik gegen Schiffe
Reuters berichtet über eine veränderte iranische Angriffstaktik im Raum Hormus. Für betroffene Transporte bleiben Sicherheitslage und Reisebestätigung entscheidend.
29. Sept. 2026
Frachter «Cape Dao» nach Angriff in der Strasse von Hormus in Brand
Ein Angriff auf die «Cape Dao» zeigt das hohe Risiko in der Strasse von Hormus. Für Verlader und Spediteure drohen Ausfälle, höhere Kosten und Verspätungen.
23. Sept. 2026
Hormus: Nur noch vier Frachtschiffe an einem Tag registriert
Nur vier Frachtschiffe wurden an einem Tag in Hormus erfasst. Wegen ausgeschaltetem AIS können tatsächlich mehr Schiffe gefahren sein.
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Häufige Fragen
Ist die Strasse von Hormus aktuell gesperrt?›
Stand 18.10.2026: nicht völkerrechtlich gesperrt, kommerziell aber kein normaler Weg. Die 7-Tage-Clearance bis 13.10. lag bei im Schnitt 11,6 Mio. b/d, etwa 68 % der Vorkriegsbasis. Der bestätigte Tag vom 13.10. ist eine Untergrenze und nicht dieselbe Zahl wie die 12,6 Mio. b/d der BBC. September bleibt 9,9 Mio. b/d durch die Strasse. Verbindlich für die Fahrt: UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories, nicht eine einzelne Barrel-Zahl.
Wann öffnet die Strasse von Hormus wieder?›
Nicht bestätigt. Kpler nimmt im Briefing vom 15.10. eine langsamere Erholung ohne Gesamtvertrag an. Die 7-Tage-Clearance bis 13.10. lag bei etwa 68 % der Vorkriegsbasis, und die Angriffe sind dichter geworden. Die letzte öffentliche War-Risk-Spanne bleibt 7,5–10 %.
Wie viel Öl fliesst durch die Strasse von Hormus?›
Im Normalbetrieb (1. Halbjahr 2025) laut EIA durchschnittlich 20,9 Mio. Barrel pro Tag — rund 20% des weltweiten Verbrauchs. Im September 2026 zählt Kpler mindestens 16,5 Mio. b/d regionale Rohölexporte ohne Iran, gleich dem Vorkriegsschnitt ohne Iran. Bestätigt durch die Strasse gingen 9,9 Mio. b/d — mehr als ein Viertel unter dem Vorkriegs-Transit. JPMorgan liegt mit nahe 13 Mio. b/d höher; die Spanne zeigt, dass Tracker divergieren. Iran selbst bleibt durch die US-Blockade praktisch aussen vor.
Was kostet die War-Risk-Versicherung für einen Hormus-Transit?›
Letzte veröffentlichte Spanne: 7,5–10 % des Schiffswerts pro Transit; zum 18.10.2026 lag keine neuere öffentliche Broker-Quotierung vor. VLCC-Deckungen lagen im Sommer teils über 10 Mio. USD. ENOC (09.09.): Transitkosten oft 10–20 Mio. USD inkl. Cargo. Vor dem Krieg rund 0,25 %. Die Sätze können sich täglich ändern.
Gibt es Ausweichrouten um die Strasse von Hormus?›
Begrenzt. East-West (Saudi) war 10.–12.10. weiter mit VLCC in Yanbu belegt; ein neues Fertigstellungsdatum fehlt. Habshan–Fujairah (VAE) blieb offen. Strukturell 3,5–5 Mio. b/d — ein Bruchteil von ~20 Mio. b/d. Katar-LNG ohne Umgehung. Container: Fujairah, Salalah, Duqm, Khor Fakkan.
Was sollen Spediteure bei Golfverkehren jetzt tun?›
UKMTO/JMIC und Reeder-Advisories täglich prüfen; War-Risk- und Emergency-Zuschläge in Offerten transparent ausweisen; Ausweichhäfen ausserhalb der Meerenge einplanen; Force-Majeure- und Kriegs-/Streikklauseln in Verträgen aktualisieren; Kunden über Laufzeit- und Preisvolatilität informieren. Schiff, IMO, Reederei, Eigentümer, Betreiber, Charterer und Zahlungswege gegen OFAC- und iranische Non-Compliant-Listen prüfen. Keine Passage ohne aktuelle Freigabe von Versicherer und Carrier.
Welche Sanktionsrisiken bestehen bei einer Hormuz-Passage?›
Seit dem 24.08.2026 (OFAC Operation Economic Outcast) können Zahlungen oder Dienstleistungen rund um die Hormuz-Durchfahrt ein US-Sanktionsrisiko auslösen — einschliesslich iranischer Passage- oder Versicherungsleistungen. OFAC hat knapp 60 Personen, Firmen und Schiffe neu gelistet und Sektoren Schifffahrt, Luftfahrt, Gold, Technologie und Digital Assets erweitert. Parallel droht Iran gelisteten Schiffen (rund 45–46) mit Haft und Beschlagnahme; STS mit diesen Schiffen kann ebenfalls listen. Das ist keine Rechtsberatung — verbindlich sind OFAC, Flaggenstaat und die eigene Compliance.
Quellen & weiterführende Autoritäten
- AmtlichEIA — World Oil Transit Chokepoints
- AutoritätIEA — Strait of Hormuz (Oil Security)
- AmtlichUKMTO — Maritime Security Warnings
- AmtlichUKMTO — VRA Overview (produced 4 Sept 2026)
- AmtlichIMO — Maritime Security
- AutoritätUNCTAD — Review of Maritime Transport
- ReferenzAl Jazeera — Oil prices & Iranian Hormuz demands (10 Aug 2026)
- ReferenzGulf News / JMIC — Hormuz threat severe, ADNOC tanker attack (Aug 2026)
- ReferenzgCaptain / Reuters — Iran ties Hormuz reopening to US concessions (10 Aug 2026)
- ReferenzgCaptain — ADNOC vessels attacked, Hormuz still severely disrupted (mid-Aug 2026)
- ReferenzThe National — War-Risk Premium Report (17.07.2026)
- ReferenzThe National — Oman steps up Hormuz diplomacy (28.07.2026)
- ReferenzFrachtportal News — Indien: Containerstau und Frachtraten steigen (22.07.2026)
- AmtlichUS Treasury — Operation Economic Outcast (24 Aug 2026)
- AmtlichOFAC — Hormuz transit sanctions guidance (24 Aug 2026)
- ReferenzReuters / The Hindu — Weekend Hormuz transits (24 Aug 2026)
- ReferenzgCaptain — Iran non-compliant vessel list (23 Aug 2026)
- ReferenzgCaptain — US-facilitated Hormuz transits, Gulf crude >10 mbd (11 Sept 2026)
- ReferenzReuters — Three pumping stations on Saudi East-West pipeline hit (17 Sept 2026)
- ReferenzReuters — Hormuz commodity transits fall to three (17 Sept 2026)
- ReferenzReuters — ENOC: Hormuz transit costs $10–20m (9 Sept 2026)
- ReferenzKpler — Gulf crude exports back at pre-war levels excluding Iran (data as of 29 Sept 2026)
- ReferenzThe Guardian / Kpler — crude exports and constrained diesel (1 Oct 2026)
- ReferenzNew York Times via The Inquirer — attacks continue as oil flows rise (2 Oct 2026)
- ReferenzReuters / Marisks via CNBC Africa — three tankers hit (1 Oct 2026)
- ReferenzBusiness Times / JPMorgan — Middle East oil flows near pre-war (late Sept 2026)
- ReferenzKpler — media briefing (15 Oct 2026)
- ReferenzBBC — reported attacks near Hormuz and slower oil shipments
- ReferenzCNBC / IMO — tanker attacks in the week to 4 Oct 2026
- ReferenzFrachtportal News — Hormuz praktisch leer, AIS ~90 % unter Normalniveau (25.08.2026)