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Port-zu-Port Laufzeiten, die grossen Seekanäle und die wichtigsten Handelsrouten weltweit – der vollständige Leitfaden für Importeure und Exporteure.


Über 80 % des Welthandels wird per Seefracht abgewickelt (UNCTAD 2024) – verteilt auf fünf grosse Handelsgürtel, die Kontinente miteinander verbinden.
Richtwerte in Tagen (Seetage, ohne Vor-/Nachlauf). Die tatsächliche Laufzeit hängt vom Carrier, der Routing-Option und aktuellen Bedingungen ab.
| Von (Abgang) | Nach (Ziel) | Direkt (Tage) | Umschlag (Tage) | Route / Kanal |
|---|---|---|---|---|
| Shanghai | Rotterdam | 24–28 | 28–34 | Suez |
| Shanghai | Hamburg | 26–30 | 30–36 | Suez |
| Shanghai | Felixstowe | 26–30 | 30–36 | Suez |
| Shanghai | Le Havre | 27–31 | 31–37 | Suez |
| Shanghai | Los Angeles | 14–16 | 18–22 | Pazifik |
| Shanghai | New York | 25–28 | 28–33 | Panama |
| Ningbo | Rotterdam | 24–28 | 28–34 | Suez |
| Ningbo | Los Angeles | 13–15 | 17–21 | Pazifik |
| Shenzhen | Rotterdam | 25–30 | 30–36 | Suez |
| Shenzhen | Los Angeles | 15–17 | 18–22 | Pazifik |
| Busan | Rotterdam | 22–26 | 26–32 | Suez |
| Busan | Los Angeles | 11–14 | 15–19 | Pazifik |
| Singapore | Rotterdam | 20–24 | 24–30 | Suez |
| Singapore | Los Angeles | 16–19 | 20–24 | Pazifik |
| Hong Kong | Rotterdam | 24–28 | 28–33 | Suez |
| Hong Kong | Los Angeles | 14–17 | 18–22 | Pazifik |
| Hamburg | New York | 9–11 | 12–16 | Atlantik |
| Rotterdam | New York | 8–10 | 11–15 | Atlantik |
| Jebel Ali | Rotterdam | 14–18 | 18–22 | Suez |
| Mumbai | Rotterdam | 16–20 | 20–25 | Suez |
Drei Engstellen beeinflussen den globalen Seehandel entscheidend: Suez, Panama und das Kap der guten Hoffnung als Umwegroute.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und ist die Hauptroute zwischen Asien und Europa. Ohne den Kanal müssten Schiffe das Kap der guten Hoffnung umrunden – ein Umweg von rund 7.000 Seemeilen und 10–14 Zusatztage. Rund 12–13 % des Welthandelsvolumens passieren den Kanal täglich.
⚠ Hinweis: Sicherheitslage im Roten Meer (Houthi-Angriffe seit 2023/24) kann Carrier dazu veranlassen, auf die Kap-Route auszuweichen.
Der Panamakanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Er ist entscheidend für den Transpacifik-Handel (Asien → US-Ostküste) und für Sendungen von Europa nach Westküste Südamerika. Die Neopanamax-Schleusen (seit 2016) erlauben grössere Schiffe bis ca. 14.000 TEU.
⚠ Hinweis: Niedrigwasser im Gatún-See kann Passagen verzögern und Ladefähigkeit einschränken (zuletzt 2023).
Das Kap der guten Hoffnung am südlichsten Punkt Afrikas dient als Ausweichroute, wenn der Suezkanal gesperrt ist oder die Sicherheitslage im Roten Meer dies erfordert. Es gibt keine Grössenrestriktion für Schiffe, jedoch verlängert sich die Route um ca. 7.000 Seemeilen (10–14 Tage Mehraufwand) und erhöht den Treibstoffverbrauch erheblich.
⚠ Die Kap-Route wird verstärkt genutzt, seit viele Carrier das Rote Meer wegen Sicherheitsrisiken meiden (Stand 2024/25).
Die angegebenen Transitzeiten sind Richtwerte. Diese sechs Faktoren können die tatsächliche Laufzeit erheblich verlängern.
Carrier streichen einzelne Abfahrten aus ihrem Fahrplan (z. B. bei Nachfrageschwäche). Geplante Container müssen auf den nächsten Abgang warten – oft 1–2 Wochen Verzögerung.
Nicht jeder Hafen wird direkt angelaufen. Umschlag über ein Hub (z. B. Singapore, Port Said) kann 3–7 Zusatztage bedeuten – plus das Risiko von Verspätungen am Umschlaghafen.
Vor dem chinesischen Neujahr und in der Pre-Christmas Peak Season (Juli–September) sind die Häfen überlastet. Rollover (Container werden auf spätere Abfahrten verschoben) sind häufig.
Überlastung an grossen Häfen (z. B. Los Angeles, Shanghai, Rotterdam) führt zu längeren Wartezeiten vor der Einfahrt (Anchorage Delays) und verzögerter Containerabholung.
Typhone (Pazifik), Stürme (Nordatlantik) und Nebel erzwingen Umwege oder Liegezeiten. Kanalsperrungen (wie Ever Given 2021) können weltweit Lieferketten kurzfristig blockieren.
Die grossen Carrier-Allianzen teilen Schiffe und Slots (Stand 2025: Gemini Cooperation [Maersk + Hapag-Lloyd], Premier Alliance [ONE, HMM, Yang Ming], Ocean Alliance [CMA CGM, COSCO, Evergreen, OOCL] sowie MSC mit eigenem Netzwerk). Fahrplanänderungen, Port Rotations und Slow Steaming beeinflussen direkt die Transitzeit des gebuchten Containers.
Nicht jeder Hafen wird direkt von einer Hochsee-Reederei angelaufen. Viele Häfen werden über ein Hub-and-Spoke System mit Feederschiffen bedient – was die Transitzeit verlängert.
Typische Hub-Häfen: Singapore, Port Said (Ägypten), Colombo (Sri Lanka), Tanjung Pelepas (Malaysia), Algeciras (Spanien), Malta Freeport.
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