Wer aktuell Container aus Fernost nach Europa verschiffen will, muss wieder tiefer in die Tasche greifen. Laut Xeneta lag die durchschnittliche Spotrate von Fernost nach Nordeuropa am 15. Juni bei 3’854 USD pro FEU. Ein FEU entspricht einem 40-Fuss-Container.
Seit Ende Februar sind die Raten damit um rund 74 Prozent gestiegen. Das ist kein kleiner Ausschlag mehr, sondern eine deutliche Verteuerung innerhalb weniger Monate.
Das grössere Problem ist aber nicht nur der Preis. Laut Xeneta melden Reedereien auf verschiedenen Diensten bereits volle Schiffe bis in den Juli. Selbst grössere Verlader mit bestehenden Jahresverträgen bekommen ihre Container teilweise nicht wie geplant auf das Schiff.
In der Praxis bedeutet das: Container werden auf spätere Abfahrten verschoben, Buchungen abgelehnt oder nur gegen deutlich höhere Spotraten angenommen.
Die angebotene Kapazität auf der Route nach Nordeuropa ist gegenüber der Zeit vor der Krise nur leicht gestiegen. Die zusätzlichen Schiffsplätze reichen damit nicht aus, um die aktuelle Nachfrage und die Störungen im Fahrplan aufzufangen.
Ein wichtiger Grund bleibt die unsichere Lage im Nahen Osten. Längere Routen, Verspätungen und fehlende Schiffe bringen die Fahrpläne durcheinander. Dazu kommen Verlader, die vorsorglich früher bestellen und Ware vorziehen. So entsteht zusätzlicher Druck auf die verfügbaren Plätze.
Für uns Spediteure ist das ein bekanntes Bild: Wenn Platz knapp wird, zählt nicht nur der Preis. Entscheidend ist, ob die Buchung überhaupt bestätigt wird und der Container tatsächlich mitfährt.
