In Antwerpen gab es diese Woche eine schwere Störung im Containerverkehr.
Am Deurganckdok trat aus einem Container Flusssäure aus. Das ist kein kleiner Gefahrgut-Zwischenfall, sondern ein richtig unangenehmer Stoff. Flusssäure kann Haut, Atemwege und Augen schwer schädigen.
Laut The Loadstar mussten 155 Personen ins Spital. Betroffen waren unter anderem Mitarbeitende im Hafengebiet.
Die Folge: Am Deurganckdok wurde grossräumig gestoppt. Das MSC-PSA-Terminal MPET und auch DP World Antwerp Gateway wurden vorübergehend geschlossen. MPET gilt nach Betreiberangaben als Europas grösstes einzelnes Containerterminal.
Am 16. Juli konnten erste Bereiche wieder öffnen. Unter anderem Kai 1700 bei Antwerp Gateway und Kai 1718 bei MPET liefen wieder an. Andere Bereiche mussten zuerst gereinigt und neu gemessen werden. Am 17. Juli meldete der Hafen das Ende des Vorfalls.
Für die Logistik ist die Sache damit aber nicht einfach erledigt. Wenn zwei grosse Terminals auch nur 24 Stunden stehen, entsteht sofort Rückstau. Container bleiben stehen, LKW-Fenster gehen verloren, Binnenschiffe und Züge warten, Schiffe werden umgeplant.
Einzelne Schiffe wichen laut Loadstar nach Zeebrugge oder Rotterdam aus. Das hilft kurzfristig, macht die Nacharbeit aber nicht einfacher. Importcontainer landen nicht dort, wo sie geplant waren. Exportcontainer hängen auf LKW, Bahn oder Barge fest.
Dazu kommt: Antwerpen hatte schon vor diesem Vorfall kein ruhiges Halbjahr. Der Hafen meldete für das erste Halbjahr 2026 rund 6,8 Millionen TEU. Das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Streiks, ein Ölunfall im April und Lotsenaktionen im Juni haben bereits zuvor viel Volumen gekostet
