MM · MMR
Rohstoff- und Textilexporteur, importabhÀngig, Transit zwischen China, Indien und ASEAN
Hauptstadt: Naypyidaw
Kurzprofil
Myanmar (ISO-Code: MM) liegt in SĂŒdostasien und grenzt an Thailand, Laos, China, Indien und Bangladesch, mit KĂŒstenzugang zum Golf von Bengalen und zur Andamanensee. Politisch ist das Land eine prĂ€sidiale Republik, wobei die MilitĂ€rfĂŒhrung seit 2021 erheblichen Einfluss auf Regierung und Verwaltung ausĂŒbt. Das Klima ist tropisch-monsunal geprĂ€gt, mit ausgeprĂ€gter Regenzeit von Mai bis Oktober und trockenen, kĂŒhleren Monaten zwischen November und Februar. Wirtschaftlich spielt die Rohstoffförderung, darunter Gas, Ăl, Edelsteine und Holz, eine zentrale Rolle, ergĂ€nzt durch Landwirtschaft, Textilproduktion und zunehmend verarbeitende Industrie. Im Aussenhandel dominiert der Export von Rohstoffen und Agrarprodukten, wĂ€hrend Importe von Maschinen, Elektronik, KonsumgĂŒtern und Treibstoffen die ImportabhĂ€ngigkeit erhöhen. Die logistische Bedeutung ergibt sich durch HĂ€fen wie Yangon und Thilawa, die als regionale Handelsdrehscheiben fungieren. Myanmar besitzt zudem strategische Transitfunktionen fĂŒr den Landhandel zwischen China, Indien und SĂŒdostasien. Die LandeswĂ€hrung ist der Kyat (MMK). Infrastrukturprojekte, darunter Eisenbahn- und Strassennetze, zielen darauf ab, die wirtschaftliche Anbindung und die logistische Effizienz zu verbessern. Trotz politischer Herausforderungen entwickelt sich Myanmar als wichtiger Akteur in regionalen Lieferketten und ExportmĂ€rkten.
Begriffe im Glossar
Import-System
Elektronische Abfertigung ĂŒber MACCS (Myanmar Automated Cargo Clearance System); fĂŒr viele Waren ist eine Einfuhrlizenz erforderlich.
Export-System
Ausfuhrabfertigung ebenfalls ĂŒber MACCS; zahlreiche Waren benötigen eine Exportlizenz der Handelsbehörde.
Einfuhrsteuer / MwSt
ASEAN-Handel mit Form D (ATIGA), RCEP-UrsprungserklÀrung sowie Form E (ASEAN-China); regionaler Wertanteil meist mindestens 40 Prozent.
Umfangreiche Lizenzpflichten bei Ein- und Ausfuhr; BeschrÀnkungen u.a. bei Edelsteinen, Jade, Teakholz und Reis; illegaler Handel ist ein Risiko.
EU-Waffenembargo und Dual-Use-Ausfuhrverbot fĂŒr MilitĂ€r bis April 2027; US-Sanktionen (OFAC) u.a. gegen MOGE und den Flugturbinen-Sektor.
Ohne GewĂ€hr â bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Ăberblick fĂŒr internationale Sendungen nach Asien. Je nach Zielland sind Produktanforderungen, Zertifikate und Freigabeprozesse teils stark unterschiedlich.
Hinweis: Anforderungen hÀngen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und EmpfÀnger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/ĂŒbergreifende Quellen. LĂ€nderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergĂ€nzt.
Politische InstabilitÀt und bewaffnete Konflikte seit dem MilitÀrputsch 2021; komplexe Sanktionslage, Devisenkontrollen und ein schwankender Kyat erschweren Zahlungen und Planung.
SĂŒdwestmonsun von Mai bis Oktober mit Ăberschwemmungen und Zyklonrisiko; das schwere Erdbeben im MĂ€rz 2025 (Region Sagaing/Mandalay) zeigt das Seismikrisiko.
Seit Januar 2026 gilt ein Referenzkurs der Zentralbank von 2'100 Kyat je US-Dollar fĂŒr Zoll sowie Einfuhr- und Ausfuhrsteuern. Yangon wickelt ĂŒber 90 Prozent des Aussenhandels ab.
Stand: 2026-06-26
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Nein. Myanmar erhebt keine Mehrwertsteuer, sondern eine Commercial Tax (Umsatzsteuer) von 0 bis 15 Prozent mit einem Regelsatz von 5 Prozent. Diese wird auch auf eingefĂŒhrte Waren erhoben, zusĂ€tzlich zu den Einfuhrzöllen.
Die Ein- und Ausfuhrabfertigung erfolgt elektronisch ĂŒber MACCS (Myanmar Automated Cargo Clearance System) der Myanmar Customs Department. FĂŒr viele Waren sind Ein- oder Ausfuhrlizenzen erforderlich.
Der Hafen Yangon mit dem Terminal Thilawa wickelt ĂŒber 90 Prozent des Aussenhandels ab. Der Tiefseehafen Kyaukphyu in Rakhine gewinnt im Rahmen chinesischer Infrastrukturprojekte an Bedeutung; weitere HĂ€fen sind Mawlamyine, Sittwe und Dawei.
Die EU hat ein Waffenembargo und ein Dual-Use-Ausfuhrverbot fĂŒr militĂ€rische Endnutzer bis April 2027 verlĂ€ngert. Die USA (OFAC) sanktionieren u.a. die staatliche MOGE sowie den Flugturbinen-Sektor. Eine sorgfĂ€ltige PrĂŒfung von GeschĂ€ftspartnern ist nötig.
Ja. Als ASEAN-Mitglied seit 1997 gilt das ATIGA-Abkommen mit Ursprungsnachweis Form D. Seit 4. MÀrz 2022 ist auch das RCEP-Abkommen in Kraft; im Handel mit China kann zudem die Form E genutzt werden. Meist ist ein regionaler Wertanteil von mindestens 40 Prozent nötig.
Die LandeswĂ€hrung ist der Kyat (MMK). Seit Januar 2026 gilt ein Referenzkurs der Zentralbank von 2'100 Kyat je US-Dollar fĂŒr die Berechnung von Zöllen sowie Einfuhr- und Ausfuhrsteuern. Devisenkontrollen erschweren internationale Zahlungen.
Seit dem MilitĂ€rputsch 2021 prĂ€gen politische InstabilitĂ€t und bewaffnete Konflikte das Land. Hinzu kommen der SĂŒdwestmonsun von Mai bis Oktober mit Ăberschwemmungen sowie das Seismikrisiko, das sich beim schweren Erdbeben im MĂ€rz 2025 zeigte.
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