SS · SSD
Binnenland, Öl-Exportland, stark importabhängig
Hauptstadt: Dschuba
Kurzprofil
Der Südsudan (SS) ist ein Binnenland in Ostafrika und grenzt an Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik. Seit der Unabhängigkeit 2011 ist das Land eine föderale Republik; die Sicherheitslage bleibt fragil und regional sehr unterschiedlich. Wirtschaftlich dominiert die Erdölförderung, die den grössten Teil der Exporteinnahmen stellt, während Landwirtschaft und Viehzucht die Bevölkerung ernähren. Der Aussenhandel ist stark importlastig: Treibstoff, Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge und Baumaterialien werden überwiegend über den Northern Corridor vom kenianischen Hafen Mombasa via Nimule nach Juba transportiert. Zoll und Abgaben werden über die South Sudan Revenue Authority (SSRA) mit ASYCUDA World erhoben; statt einer Mehrwertsteuer gilt eine Sales Tax von 20 Prozent, ergänzt um eine Vorauszahlung der Business Profit Tax von 4 Prozent auf Importe (Financial Act 2024/2025). Logistisch verfügt das Land über schwach ausgebaute Strassen, kaum Schienen und eine begrenzt schiffbare Nilverbindung; der Flughafen Juba (JUB) trägt die Luftfracht. Ein UN-Waffenembargo mit Reise- und Vermögenssperren (zuletzt mit Resolution 2821 von 2026 bis 2027 verlängert) sowie eine ausgeprägte Regenzeit prägen die Rahmenbedingungen. Die Landeswährung ist das Südsudanesische Pfund (SSP).
Erwähnte Länder
Zollbehörde
South Sudan Revenue Authority (SSRA)Import-System
Zollabwicklung über die SSRA mit ASYCUDA World. Einfuhrabgaben nach Financial Act 2024/2025; Zollwerte nach SSRA-Merchandise-Conversion-Rates.
Export-System
ASYCUDA World (SSRA). Leitexport Rohöl über Pipeline durch Sudan nach Port Sudan; sonstige Ausfuhren via SSRA-Deklaration.
Einfuhrsteuer / MwSt
EAC-Mitglied (seit 2016) und COMESA-Mitglied; Präferenzen über EAC-/COMESA-Ursprungszeugnisse. Praktische Umsetzung der Freihandelsregeln noch begrenzt.
Waffen und Munition (UN-Waffenembargo), Suchtstoffe, gefährdete Arten (CITES). Importe von Treibstoff, Nahrung und Medizin teils inspektions- und lizenzpflichtig.
UN-Sanktionen (Res. 2821/2026): Waffenembargo, Reise- und Vermögenssperren bis 31.5.2027; Panel of Experts bis 1.7.2027. Zusätzlich EU-, UK- und US-Sanktionen (OFAC).
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Afrika. Je nach Zielland können Dokumentenanforderungen, Vorabfreigaben und lokale Abläufe stark variieren.
Hinweis: Anforderungen hängen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und Empfänger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/übergreifende Quellen. Länderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergänzt.
Fragile Sicherheitslage, wiederkehrende bewaffnete Konflikte und lange Transitwege ab Mombasa (rund 1'700-2'000 km). Währungsverfall (SSP) und UN-Waffenembargo prägen die Rahmenbedingungen.
Ausgeprägte Regenzeit von April bis Oktober/November macht viele unbefestigte Strassen unpassierbar; Überschwemmungen im Nilbecken behindern Transport und Versorgung regelmässig.
Financial Act 2024/2025 seit 2.12.2024 in Kraft (Sales Tax 20 Prozent, Advance BPT 4 Prozent auf Importe). UN-Sanktionen mit Res. 2821 (2026) bis 2027 verlängert. Stand 2026-07-06.
Stand: 2026-07-06
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Quellen
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Zuständig ist die South Sudan Revenue Authority (SSRA). Die Zollabwicklung erfolgt elektronisch über ASYCUDA World; Einfuhrabgaben richten sich nach dem jährlichen Financial Act.
Nein. Der Südsudan erhebt keine Mehrwertsteuer, sondern eine Sales Tax. Auf eingeführte Waren sowie auf Hotel-, Restaurant- und Barleistungen beträgt sie 20 Prozent (Financial Act 2024/2025).
Neben Zoll und Sales Tax wird seit dem 2. Dezember 2024 eine Vorauszahlung der Business Profit Tax von 4 Prozent auf Importe erhoben. Auf bestimmte Waren wie Alkohol, Tabak und Telekom kommen Excise-Abgaben hinzu.
Als Binnenland läuft der Warenverkehr überwiegend über den Northern Corridor: vom kenianischen Hafen Mombasa via Nairobi und die Grenze Nimule nach Juba (rund 1'700-2'000 km). Luftfracht erfolgt über den Flughafen Juba (JUB).
Der UN-Sicherheitsrat hat mit Resolution 2821 (2026) das Waffenembargo sowie Reise- und Vermögenssperren bis 31. Mai 2027 verlängert. Zusätzlich bestehen eigene Sanktionsregime der EU, Grossbritanniens und der USA (OFAC).
Während der Regenzeit von April bis Oktober/November sind viele unbefestigte Strassen unpassierbar, und Überschwemmungen im Nilbecken behindern Transport und Versorgung. Die Trockenzeit von November bis März ist logistisch günstiger.
Die Landeswährung ist das Südsudanesische Pfund (SSP). Aufgrund von Wechselkursschwankungen und Inflation werden im Aussenhandel häufig US-Dollar zur Preisstellung verwendet.
Für internationale Transporte helfen diese Begriffe als Schnellstart: