Für den deutschen Schienengüterverkehr zeichnet sich 2027 ein deutlicher Kostensprung ab. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln darf die Deutsche Bahn bei den Trassenentgelten höhere Kosten ansetzen als von der Bundesnetzagentur ursprünglich genehmigt.
Für den Güterverkehr wird aktuell mit einem Plus von rund 12,6 Prozent gerechnet. Genannt wird ein durchschnittlicher Kilometerpreis von etwa 3,92 Euro (bisher rund 3,48 Euro). Auf das Jahr gerechnet könnten dadurch rund 112 Millionen Euro zusätzliche Kosten entstehen.
Trassenpreise sind vereinfacht gesagt die Maut für die Schiene. Bahnunternehmen zahlen sie für die Nutzung des Netzes der DB InfraGO.
Für Spediteure und Verlader ist das wichtig, weil sich solche Kosten in Angeboten für Ganzzüge, Kombiverkehr und andere Bahnprodukte wiederfinden können. Besonders bei Verkehren, die heute schon nur knapp mit dem Lkw konkurrieren, kann ein zweistelliges Plus unangenehm werden.
Noch bedeutet das nicht, dass jede einzelne Bahnrelation automatisch um 12,6 Prozent teurer wird. Operateure kalkulieren unterschiedlich, und auch andere Kosten wie Energie, Wagen, Personal und Terminalumschlag spielen mit.
Die Richtung ist aber klar: Wer für 2027 Bahn- oder Intermodalbudgets macht, sollte nicht mit den Preisen von 2026 weiterrechnen.
