Tanken ist in Deutschland so teuer wie nie. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag, 13. September 2026, im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro. Das ist ein neues Allzeithoch. Der bisherige Rekord von 2,203 Euro stammte vom 14. März 2022. Gegenüber Freitag stieg der E10-Preis nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur um 1,7 Cent.
Für Transportunternehmen noch wichtiger ist der Diesel. Er kostete am Sonntag im Schnitt 2,404 Euro je Liter, 3,5 Cent mehr als am Freitag. Der Rekord liegt laut ADAC bei 2,446 Euro und stammt vom 7. April 2026. Der Abstand beträgt damit nur noch gut 4 Cent. Seit dem 30. August hat sich Diesel laut dpa um gut 20 Cent verteuert, Super E10 um gut 12 Cent.
Hauptgrund ist der steigende Ölpreis. Laut ADAC kletterte ein Barrel der Sorte Brent von rund 100 US-Dollar am 8. September auf etwa 107 US-Dollar am 14. September. Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Saudi-Arabien musste nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten; die VerkehrsRundschau nennt die Ost-West-Pipeline. Ein geplantes Aussenministertreffen der Golfstaaten im Oman fand nicht statt. Der ADAC hält das aktuelle Preisniveau allerdings nur teilweise durch Ölpreis und Wechselkurs für gerechtfertigt und fordert mehr Transparenz bei der Preisbildung.
Politisch wird nun über einen staatlichen Spritpreisdeckel gestritten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert ihn ausdrücklich, auch Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) spricht sich für einen Deckel nach Luxemburger Vorbild aus. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Preisdeckelung bisher ab, und die Bundesregierung will keinen neuen Tankrabatt. Laut VerkehrsRundschau passen Luxemburg, Polen, Belgien und Tschechien ihre Höchstpreise regelmässig an die Marktlage an.
Wie es weitergeht, hängt vor allem vom Ölpreis ab. Der ADAC ging am Montag davon aus, dass die Tagesdurchschnitte bei Super E10 und Diesel erneut leicht steigen.
