Das EU-Parlament hat am 16. Juni 2026 den lange umstrittenen Zolldeal mit den USA gebilligt. Damit setzt die Europäische Union einen wichtigen Teil der Vereinbarung um, die bereits im Sommer 2025 ausgehandelt wurde.
Für europäische Exporteure bringt der Deal vor allem etwas mehr Planungssicherheit. Die USA wollen für die meisten Waren aus der EU einen maximalen Gesamtzoll von 15 Prozent anwenden. Dazu gehören wichtige Produkte wie Autos und Autoteile.
Im Gegenzug senkt oder streicht die EU ihre Zölle auf zahlreiche Waren aus den USA. Betroffen sind vor allem Industrieprodukte sowie bestimmte Agrar- und Fischereiwaren.
Ganz erledigt ist der Zollstreit aber nicht. Besonders bei Stahl und Aluminium bleiben offene Fragen. Die USA haben in diesem Bereich teilweise deutlich höhere Zölle eingeführt. Für gewisse weiterverarbeitete Stahl- und Aluminiumprodukte hat die EU deshalb eine Schutzklausel eingebaut.
Falls die USA Ende 2026 weiterhin mehr als 15 Prozent Zoll auf diese Produkte verlangen, kann die EU ihre eigenen Zollvergünstigungen wieder aussetzen. Die EU-Kommission muss dem Parlament zudem bis Anfang Dezember 2026 Bericht erstatten.
Wichtig ist deshalb: Die Aussage «Stahl maximal 15 Prozent» gilt nicht pauschal für sämtliche Stahlprodukte. Bei klassischem Stahl und Aluminium bestehen weiterhin hohe Belastungen und Unsicherheiten.
Der Deal läuft grundsätzlich bis zum 31. Dezember 2029. Danach endet er automatisch, sofern beide Seiten keine Verlängerung vereinbaren. Diese zeitliche Begrenzung soll verhindern, dass die EU dauerhaft Zugeständnisse macht, wenn sich die USA nicht an die Abmachungen halten.
Für die Logistik ist das trotzdem eine gute Nachricht. Unternehmen können Lieferketten, Preise und Transporte zwischen Europa und den USA wieder etwas besser planen. Von echtem Freihandel kann bei einem Zollniveau von 15 Prozent allerdings keine Rede sein.
