Die EU hat ihren Zollkodex grundlegend neu aufgestellt. Die neue Verordnung ist seit September 2026 in Kraft. Kernstück ist eine neue EU-Zollbehörde, die sogenannte EU Customs Authority, mit Sitz in Lille. Dazu kommt ein zentraler EU Customs Data Hub.
Für Spediteure und Zollagenten wichtig: Das bedeutet nicht, dass ab sofort alle heutigen Systeme wegfallen. Die Umstellung läuft über mehrere Jahre. Der neue Daten-Hub soll nach und nach die vielen nationalen Zoll-IT-Systeme ersetzen.
Besonders früh trifft es den E-Commerce. Onlineplattformen und Verkäufer aus Drittländern werden stärker in die Verantwortung genommen. Für E-Commerce soll der neue Daten-Hub ab Juli 2028 verpflichtend werden. Für den restlichen Handel folgt die Umstellung später.
Das Ziel ist klar: Daten sollen nur noch einmal eingereicht und dann für verschiedene Zollprozesse genutzt werden. Gleichzeitig will die EU Risiken zentraler bewerten. Das dürfte langfristig zu einheitlicheren Kontrollen führen.
Für klassische Speditionen ändert sich deshalb heute noch nicht jede Anmeldung. Aber die Richtung ist eindeutig. Wer viel EU-Zollgeschäft hat, sollte die Einführung des Data Hub und die neuen Bewilligungsmodelle beobachten. Besonders Softwareanbieter und Zollabteilungen werden ihre Prozesse anpassen müssen.
Ein kleiner Stolperstein bleibt: Die Reform ist riesig und viele technische Details kommen erst noch. Man sollte deshalb nicht jeden Termin schon als endgültigen operativen Start verstehen.
