Indien hat am 8. September 2026 den rund 1'500 Kilometer langen Western Dedicated Freight Corridor vollständig eröffnet. Die Güterbahn verbindet Dadri nahe Delhi mit dem Jawaharlal Nehru Port, kurz JNPT, bei Mumbai.
Das Besondere ist die eigene Infrastruktur für den Güterverkehr. Schwere Langzüge und doppelstöckige Containerzüge müssen sich die Strecke nicht im gleichen Umfang mit Personenzügen teilen. Dadurch sollen mehr Kapazität, stabilere Fahrpläne und kürzere Laufzeiten möglich werden.
Der Korridor ist zugleich das logistische Rückgrat des Delhi–Mumbai Industrial Corridor. Entlang dieser Wirtschaftsachse liegen Industriezentren, Lager, Inlandterminals und Produktionsstandorte. Für Exporteure im Norden Indiens soll der Zugang zum wichtigsten Containerhafen an der Westküste einfacher werden.
Die erwarteten Vorteile sind klar: weniger Stau auf Strassen und bestehenden Bahnlinien, tiefere Logistikkosten und eine Verlagerung von der Strasse auf die Schiene. Allerdings müssen sich diese Effekte im täglichen Betrieb erst zeigen. Entscheidend sind zuverlässige letzte Meilen, freie Terminalkapazitäten und eine saubere Abstimmung mit den Schiffsfahrplänen in JNPT.
Für Schweizer Firmen mit Produktion oder Beschaffung in Indien kann der Korridor neue Routingmöglichkeiten schaffen. Wichtig ist, ob der Lieferant einen Anschluss an ein Inlandterminal hat und wie häufig Züge zum Hafen fahren. Ein moderner Hauptkorridor löst nicht automatisch lokale Engpässe beim Vorlauf.
