Pony.ai und GAC Commercial Vehicle haben einen neuen schweren Robotruck vorgestellt. Das Fahrzeug basiert auf dem batterieelektrischen T9-Lkw von GAC und soll automatisiert nach Level 4 fahren. Das bedeutet: In einem klar festgelegten Einsatzgebiet kann das Fahrzeug grundsätzlich ohne dauernde Fahraufgabe des Menschen unterwegs sein.
Die Serienproduktion ist für später im Jahr 2026 angekündigt. Geplante Einsatzfelder sind Fernverkehr, feste Logistikkorridore und Hafenverkehre. Gerade solche wiederholbaren Strecken eignen sich für erste kommerzielle Einsätze, weil Route, Zufahrten und Betriebsabläufe gut kontrolliert werden können.
Der Robotruck nutzt neun Lidar-Sensoren, drei Radarsysteme und 13 Kameras. Lidar tastet die Umgebung mit Laserlicht ab. Lenkung, Bremsen, Kommunikation, Stromversorgung, Rechner und Sensorik sind laut Hersteller mehrfach abgesichert. Fällt ein System aus, soll eine zweite Einheit übernehmen.
Pony.ai erwartet 30 Prozent tiefere Transportkosten pro Tonnenkilometer und zehn Prozent weniger Energieverbrauch gegenüber herkömmlichen Lkw. Diese Zahlen sind noch nicht im breiten Alltagsbetrieb bestätigt. Auch ist nicht geklärt, ob in der Kostenrechnung weiterhin ein Sicherheitsfahrer, eine Leitstelle oder zusätzliche Wartung enthalten sind.
Für Europa reicht die Technik allein nicht. Nötig sind Zulassung, klare Haftungsregeln, geeignete Strassenabschnitte und ein Betreiberkonzept. Pony.ai plant einen Markteintritt in Europa und im Nahen Osten innerhalb der nächsten zwei Jahre, hat aber noch keinen flächendeckenden Start angekündigt.
