Die Luftfrachtabwicklung in Riad steht nach Angriffen auf den Flughafen unter Druck. The Loadstar berichtet am 9. Oktober über Flugausfälle und eine deutlich kleinere verfügbare Kapazität. Grundlage ist eine Auswertung des Luftfahrtdatenanbieters Rotate. Für Spediteure zählt jetzt vor allem, welche gebuchten Flüge tatsächlich stattfinden.
Die ausgewiesene internationale Ausgangskapazität aus Frachtern und grossen Passagierflugzeugen sank im betrachteten 24-Stunden-Fenster um 34 Prozent auf 848 Tonnen. Bei den ankommenden reinen Frachterverbindungen lag der Rückgang bei 77 Prozent. Verglichen wurden entsprechende Zeitfenster der Vorwoche. Die Zahlen messen Flugkapazität und nicht bereits abgefertigte Warenmengen.
Für die Planung ist diese Unterscheidung wichtig. Ein kurzfristiger Einbruch lässt sich nicht auf den ganzen Monat hochrechnen. Ebenso bedeutet ein wieder geöffneter Flughafen noch nicht, dass jede Fluggesellschaft ihren vollständigen Flugplan bedient. Nach dem Bericht war der Flughafenbetrieb wieder aufgenommen, während einzelne Airlines ihre Verbindungen ausgesetzt hatten.
Wer Ware nach Riad schickt oder dort abholt, sollte deshalb vor der Anlieferung eine neue Bestätigung einholen. Dazu gehören Flugnummer, Abflugtag, Annahmeschluss und bestätigtes Frachtgewicht. Bei einer Umleitung müssen auch die Abfertigung am Ersatzflughafen und ein möglicher Strassennachlauf geklärt sein.
Besonders bei gekühlter Ware sollte niemand auf eine ungeprüfte Ersatzroute setzen. Lagerung, Temperaturführung und Zuständigkeit beim Umladen müssen zusammenpassen. Dasselbe gilt für dringende Ersatzteile: Eine schnelle erste Teilstrecke hilft wenig, wenn die Ware danach auf einen Anschluss wartet.
Zusätzliche Kosten lassen sich aus dem Kapazitätsrückgang allein nicht beziffern. Lasst euch angebotene Zuschläge und neue Laufzeiten ausdrücklich nennen. Für Kundenzusagen braucht es einen bestätigten Transportweg mit klaren Übergaben, statt einer allgemeinen Annahme über den Flughafenbetrieb.
