Die Schweizerischen Rheinhäfen haben mit der Umstellung ihrer eigenen Schiffe auf HVO100 begonnen. Nach der Mitteilung vom 2. Oktober ist die erste Betankung erfolgreich erfolgt. Vorgesehen ist der Einsatz auf dem Schlepp- und Schubboot WILD MAA sowie dem Bilgenentöler- und Ölwehrboot BIBO REGIO.
HVO ist ein erneuerbarer Dieselkraftstoff. Er wird durch die Behandlung von Ölen oder Fetten mit Wasserstoff hergestellt. Als Rohstoffe können beispielsweise gebrauchte Speiseöle und tierische Fette dienen. Die Bezeichnung HVO100 steht für den unvermischten Einsatz dieses Kraftstoffs. Der Treibstoff wird im Motor weiterhin verbrannt.
Die Rheinhäfen nennen eine mögliche Treibhausgasminderung von bis zu 90 Prozent über den gesamten Lebenszyklus gegenüber fossilem Diesel. Damit sind Herstellung und Nutzung gemeinsam gemeint. Die Zahl ist kein Nachweis für eine entsprechende Verringerung sämtlicher Abgase direkt am Schiff. Für die Bewertung zählt ausserdem die Herkunft des eingesetzten Kraftstoffs.
Nach Betreiberangaben wird zertifiziertes HVO100 verwendet. Für die betroffenen Schiffe sind laut Mitteilung keine technischen Anpassungen nötig. Daraus sollten andere Betriebe aber keine pauschale Freigabe für ihre eigenen Motoren ableiten. Wer eine Umstellung plant, sollte die Eignung mit Hersteller und Lieferant klären.
Für Verlader ist das ein konkreter Schritt im Hafenbetrieb. Die Meldung betrifft jedoch die eigene Flotte der Rheinhäfen. Sie besagt nicht, dass sämtliche Güterschiffe nach Basel nun mit HVO fahren. Auch lässt sich die angegebene Einsparung nicht einfach jeder einzelnen Kundensendung zurechnen.
Wer Umweltangaben für Transportangebote nutzt, sollte deshalb die eingesetzte Menge und den Berechnungsweg dokumentieren. Ebenso gehören Kraftstoffpreis und Verfügbarkeit in die Rechnung. Die Rheinhäfen nennen höhere Kosten gegenüber dem bisherigen Schiffsdiesel. Ein sinnvoller Vergleich berücksichtigt somit Technik, Herkunftsnachweis und tatsächlichen Betrieb gemeinsam.
