In Singapur ist der Absatz von Marine-Biokraftstoffen deutlich zurückgegangen. Eine am 16. Oktober veröffentlichte Reuters-Zusammenfassung nennt für Januar bis September ein Minus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein Rückgang an diesem wichtigen Treibstoffstandort, keine weltweite Absatzbilanz.
Als Belastung beschreibt Reuters die Unsicherheit um den geplanten internationalen Klimarahmen für die Schifffahrt. Zuständig ist die Internationale Seeschifffahrtsorganisation, kurz IMO. Das sogenannte Net-Zero-Regelwerk soll den Weg zu einer Schifffahrt mit stark verminderten Treibhausgasemissionen regeln. Seine formelle Annahme ist im Bericht als noch offen beschrieben. (Quelle: veröffentlichte Reuters-Zusammenfassung)
Für Verlader bedeutet der Absatzrückgang nicht automatisch, dass ein bereits gebuchtes Angebot zur Emissionsminderung ausfällt. Er zeigt zunächst eine Marktbewegung. Wer einen Aufpreis für einen Transport mit geringerem Treibhausgasausstoss bezahlt, sollte die vereinbarte Leistung genau prüfen.
Wichtig sind nachvollziehbare Angaben zur Kraftstoffmenge, zur Zuordnung der Einsparung und zum Nachweis für den eigenen Transport. Auch der Umgang mit späteren Änderungen sollte klar sein. Eine allgemeine Werbeaussage ersetzt keine belastbare Abrechnung. Bei neuen Ausschreibungen lohnt sich deshalb, Preis, Nachweis und Lieferbarkeit gemeinsam abzufragen und die Antworten schriftlich festzuhalten.
