Eine technische Störung bei der britischen Flugsicherung NATS hat am 8. September 2026 den Flugverkehr an mehreren Flughäfen massiv beeinträchtigt. Besonders betroffen waren Abflüge in London Heathrow. Auch Gatwick, London City, Stansted, Manchester und weitere britische Flughäfen meldeten Verspätungen und Ausfälle.
Der britische Luftraum blieb grundsätzlich geöffnet. Das Problem lag laut NATS im System zur Verarbeitung von Flugplänen. Zeitweise konnten nur wenige Maschinen starten. Am späteren Nachmittag teilte NATS mit, dass eine technische Lösung umgesetzt worden sei. Die Rückkehr zum normalen Betrieb benötige dennoch Zeit.
Nach Angaben von Flightradar24 wurden in Grossbritannien mindestens 625 Flüge gestrichen. Hinzu kamen zahlreiche Verspätungen. Heathrow gehörte zu den am stärksten belasteten Flughäfen.
SWISS STREICHT ZEHN FLÜGE
SWISS musste bis Dienstagabend zehn Einzelflüge von und nach Grossbritannien annullieren. Gemäss Angaben der Fluggesellschaft waren 1007 Passagierinnen und Passagiere betroffen.
Die Zahl bezieht sich nicht nur auf London Heathrow. Betroffen waren SWISS Verbindungen nach Heathrow, Gatwick, London City und Manchester. Für Mittwoch plante die Fluggesellschaft auf einzelnen Verbindungen grössere Flugzeuge, um zusätzliche Sitzplätze anzubieten.
Passagiere sollen nach Möglichkeit automatisch auf den nächsten verfügbaren Flug umgebucht werden. Wegen der Auswirkungen auf Flugzeuge, Besatzungen und verfügbare Startzeiten können weitere Verspätungen folgen.
AUCH FRACHTKAPAZITÄT FÄLLT WEG
Die Störung hat ebenfalls Folgen für die Luftfracht. Swiss WorldCargo transportiert Sendungen im Frachtraum regulärer SWISS Passagierflugzeuge. Fällt ein solcher Flug aus, steht auch die vorgesehene Frachtkapazität nicht zur Verfügung.
Ob sich auf allen zehn gestrichenen Flügen tatsächlich gebuchte Sendungen befanden, ist bisher nicht bestätigt. SWISS hat auch keine Angaben zur betroffenen Frachtmenge veröffentlicht. Eine konkrete Zahl in Tonnen wäre deshalb Spekulation.
Die Londoner Station von Swiss WorldCargo befindet sich in Heathrow. Dort werden allgemeine Fracht, Expresssendungen, Gefahrgut, Wertsendungen, verderbliche Waren und temperaturgeführte Pharmaprodukte abgefertigt. Für London bestehen gemäss dem Netzwerkplan sowohl Flugverbindungen als auch Transportmöglichkeiten per Lastwagen.
Zeitkritische Sendungen könnten auf spätere Flüge oder andere Verbindungen innerhalb der Lufthansa Group umgebucht werden. Auch ein Transport auf der Strasse ist möglich. Dabei müssen Verlader mit längeren Laufzeiten, Zollformalitäten und begrenzten Ersatzkapazitäten rechnen.
