Temu, Shein und AliExpress haben im dritten Quartal 2026 in Deutschland zusammen deutlich weniger Umsatz erzielt. Laut den von Fach- und Nachrichtenmedien wiedergegebenen Daten des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel, kurz bevh, sank der Wert gegenüber dem Vorjahresquartal um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro.
Der Verband bringt die Entwicklung mit höheren Kosten bei kleinen Sendungen aus Drittstaaten in Verbindung. Drittstaaten sind Länder ausserhalb der Europäischen Union. Diese Erklärung ist als Einschätzung des Verbands zu verstehen. Sie belegt nicht, dass jede Umsatzänderung ausschliesslich durch Zollkosten entstanden ist.
Für die Logistik ist eine weitere Unterscheidung wichtig: Umsatz ist keine Paketzahl. Wenn sich Warenwerte, Bestellgrössen oder Verkaufspreise ändern, können sich die beiden Grössen unterschiedlich entwickeln. Aus dem genannten Minus lässt sich deshalb keine ebenso grosse Abnahme der Luftfracht- oder Zustellmenge berechnen.
Paketdienstleister und Speditionen sollten ihre Planung auf die eigenen Kundenaufträge stützen. Sinnvoll sind Rückfragen zu erwarteten Sendungszahlen, durchschnittlichen Gewichten und möglichen Änderungen bei den Versandlagern. Auch die Frage, ob Ware direkt aus Asien oder aus einem europäischen Lager kommt, gehört dazu.
Für Verlader lohnt sich eine saubere Rechnung der gesamten Einfuhrkosten. Neben dem Warenpreis gehören dazu Transport, anwendbare Abgaben und die vereinbarten Abfertigungsleistungen. Welche Beträge tatsächlich gelten, muss für das konkrete Verfahren und die jeweilige Ware geprüft werden. Die Umsatzmeldung allein ist keine Rechtsgrundlage für einen bestimmten Zollsatz.
In der Kundenkommunikation sollte zudem der Vergleichszeitraum genannt werden. Es geht um Juli bis September und um drei Plattformen gemeinsam. Eine Aussage über den gesamten deutschen Onlinehandel wäre daraus zu weit gegriffen. Für Kapazitätsentscheidungen braucht es deshalb zusätzliche Daten aus dem eigenen Geschäft.
