Auf zwei grossen Containerrelationen ab China zeigt sich derzeit ein komplett anderes Bild. Der Freightos Baltic Daily Index meldete für China zur nordamerikanischen Westküste am 23. September 8'446 US-Dollar je FEU. Ein FEU entspricht einem 40-Fuss-Container. Das war fast doppelt so viel wie der Zwölfmonatsdurchschnitt von 4'381 Dollar.
Auf der Route China–Mittelmeer fiel der Index dagegen auf 3'591 Dollar je FEU. Im Juli hatte er noch bei 7'540 Dollar gelegen. Die Rate hat sich damit mehr als halbiert.
Der Unterschied lässt sich nicht nur mit Nachfrage erklären. Auf dem Transpazifik treffen knapper Schiffsraum, Golden-Week-Planung und Störungen in asiatischen Häfen zusammen. Im Mittelmeer wirkt dagegen zusätzlich Kapazität, die schrittweise wieder über den Suezkanal geführt wird. Mehr angebotener Raum drückt auf den Preis.
Für Verlader ist wichtig, dass Indexwerte keine individuelle Offerte sind. Zuschläge, Abgangshafen, Zielterminal, Ausrüstung und freie Tage können den Endpreis stark verändern. Auch eine tiefe Mittelmeer-Rate kann durch lokale Kosten wieder relativiert werden.
