Die Schweizer Versorgung mit Benzin und Diesel ist wieder über die normalen Kanäle möglich. Die Raffinerie Cressier im Kanton Neuenburg hat ihre Produktion nach einem rund zweiwöchigen technischen Unterbruch wieder aufgenommen. Deshalb sind derzeit keine weiteren Bezüge aus den Pflichtlagern nötig.
Ganz entspannt ist die Lage trotzdem nicht. Der tiefe Rheinpegel begrenzt weiterhin, wie viel Ladung ein Binnenschiff aufnehmen kann. Weniger Ladung pro Fahrt bedeutet mehr Fahrten, höhere Kosten und weniger verfügbare Kapazität. Bahntransporte und die Produktenpipeline aus Frankreich nach Genf können einen grösseren Ausfall nicht kurzfristig vollständig ersetzen.
Vom 8. bis 20. September hatte der Bund die Entnahme von bis zu 30'000 Kubikmetern Benzin und ebenso viel Diesel erlaubt. Beim Benzin wurde die ganze Menge bezogen, beim Diesel rund zwei Drittel. Beide Höchstmengen lagen unter drei Prozent der jeweiligen Pflichtlager. Die entnommenen Mengen müssen innerhalb von sechs Monaten wieder eingelagert werden.
Für Transporteure ist vor allem die Preis- und Verfügbarkeitsentwicklung wichtig. Der Bund meldet keinen allgemeinen Versorgungsengpass. Regionale Engpässe, längere Beschaffungswege oder höhere Zuschläge sind bei anhaltendem Niedrigwasser aber möglich. Disponenten sollten Tankstände, Lieferfristen und Dieselgleitklauseln genauer verfolgen.
