Die USA haben zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche Waren aus Kanada beschlossen. Die Massnahme gilt ab dem 19. August 2026 und betrifft laut US-Handelsbeauftragtem Importe im Wert von knapp 20 Milliarden US-Dollar.
Die neuen Zölle beruhen auf Section 338 des US-Zollgesetzes von 1930. Diese selten genutzte Vorschrift erlaubt Strafzölle von bis zu 50 Prozent, wenn ein Land US-Waren nach Ansicht Washingtons gegenüber Produkten anderer Länder benachteiligt. Die USA begründen den Schritt mit kanadischen Massnahmen bei Fahrzeugen, Alkohol und Milchprodukten.
Auf den offiziellen Warenlisten stehen unter anderem Bier, Wein, Spirituosen, Milchpulver, Molkereizutaten, Zement, Möbel, Bekleidung, Saatgut, Angelruten, Hockeyausrüstung und weitere Konsum- und Industriewaren. Fahrzeuge selbst sind bei diesen neuen Zöllen weitgehend ausgenommen, weil für sie bereits andere US-Sonderzölle gelten.
Wichtig ist auch: Die 50 Prozent gelten für die aufgeführten Waren zusätzlich zum normalen Zollsatz. Eine Präferenz nach dem nordamerikanischen Handelsabkommen USMCA schützt betroffene Zolltarifnummern nicht vor diesem neuen Aufschlag. Energie, Kali, Fisch, kritische Mineralien und Waren unter bestehenden Section-232-Zöllen sind ausgenommen.
Kanada kritisiert die US-Massnahmen als einseitig und sieht Verstösse gegen das nordamerikanische Handelsabkommen. Konkrete neue Gegenzölle wurden zunächst aber nicht beschlossen. Die kommenden Wochen bleiben deshalb eine Verhandlungsphase mit erheblichem Risiko für weitere Eskalationen.
