Die USA und China wollen den festgefahrenen Handelsstreit mit einem begrenzten Paket entschärfen. Unter dem Namen «30-for-30» hat jede Seite Waren im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar vorgeschlagen, die künftig tiefer verzollt werden könnten. China nennt 1'619 US-Produkte. Die amerikanische Liste umfasst 77 chinesische Produktgruppen.
Für Importeure ist wichtig: Eine Liste ist noch keine Zollsenkung. Laut den veröffentlichten Bedingungen sollen die zuständigen Stellen die Vorschläge erst prüfen. Danach müssen allfällige Vergünstigungen nach dem jeweiligen nationalen Recht eingeführt werden. Bis zu einer offiziellen Veröffentlichung im Zolltarif gilt deshalb weiterhin der heutige Zollsatz.
Parallel wurde der breitere Handelsfrieden bis zum 10. Januar 2027 verlängert. Damit bleiben vorerst gewisse zusätzliche Eskalationsschritte ausgesetzt. Das gibt Verladern etwas mehr Planbarkeit, löst den Handelskonflikt aber nicht dauerhaft.
In der Praxis entscheidet nicht die Warenbeschreibung im Verkaufskatalog, sondern die genaue Zolltarifnummer. Auch Ursprung, Hersteller und technische Merkmale können wichtig sein. Firmen sollten ihre Artikelstämme jetzt mit den veröffentlichten Listen vergleichen, aber noch keine Einsparung fest in die Kalkulation schreiben.
