Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, kurz BGL, und Depotcharge bringen ein gemeinsames Ladenetz für elektrische Lkw voran. BGL Charge soll vorhandene Ladepunkte in Speditionsdepots für andere Flotten zugänglich machen. Die zugrunde liegende Verbandsmeldung erschien bereits am 15. September 2026.
Die Idee ist einfach: Ein Betrieb braucht seine eigene Ladeanlage nicht zu jeder Tageszeit. In freien Zeiten können andere Unternehmen dort laden. Die Betreiber entscheiden nach BGL-Angaben selbst über Preise, Zugang und Verfügbarkeit. Die Plattform übernimmt unter anderem Zugangssteuerung und Abrechnung.
Für Speditionen kann das eine zusätzliche Möglichkeit entlang ihrer Touren sein. Eine Registrierung im Netzwerk garantiert allerdings noch keinen freien Ladepunkt am gewünschten Ort. Auch die in der Startmeldung genannten Unternehmen und Fahrzeuge sind keine Stationszahl. Für die Einsatzplanung braucht es deshalb konkrete Angaben zur jeweiligen Anlage.
Vor der ersten Nutzung sollte die Dispo Zufahrt, Fahrzeugabmessungen und Öffnungszeiten prüfen. Auch die verfügbare Ladeleistung und ein möglicher Zeitvorbehalt gehören zur Anfrage. Ein Standort kann technisch passend sein, aber wegen einer belegten Rampe oder einer eingeschränkten Einfahrt trotzdem schlecht zur Tour passen.
Für Depotbetreiber empfiehlt sich eine klare Regelung der Abläufe. Wo meldet sich ein fremder Fahrer an? Wer hilft bei einer Störung? Und wie wird verhindert, dass ein ladender Lkw den eigenen Umschlag behindert? Solche Fragen sollten vor dem ersten Gastfahrzeug beantwortet sein.
Verlader sollten bei elektrischen Transportangeboten ausserdem die gesamte Tour betrachten. Zusätzliche Lademöglichkeiten können die Planung unterstützen. Ob sie tatsächlich eine bestimmte Laufzeit ermöglichen, muss der Transporteur anhand seiner Fahrzeuge und Einsatzbedingungen berechnen. Das Netz ist damit eine praktische Ergänzung. Es ersetzt weder eine bestätigte Ladegelegenheit noch die sorgfältige Planung von Ladezeit und Zustellung.