Beim Bau des Brennerbasistunnels ist ein wichtiger Meilenstein erreicht worden. Unter dem Brennerpass wurden die letzten Gesteinsschichten zwischen Österreich und Italien in beiden künftigen Hauptröhren entfernt.
Damit sind die österreichischen Tunnelabschnitte des Bauloses Pfons–Brenner mit den bereits fertig ausgebrochenen Röhren auf der italienischen Seite verbunden. Der Durchbruch erfolgte rund 1’400 Meter unter dem Brennerpass. Bereits im September 2025 war der tiefer liegende Erkundungsstollen zwischen beiden Ländern geöffnet worden.
Der Durchbruch bedeutet jedoch nicht, dass der Tunnel kurz vor der Eröffnung steht. In Richtung Innsbruck müssen noch weitere Abschnitte ausgebrochen werden. Anschliessend folgen der Innenausbau sowie der Einbau von Gleisen, Fahrleitungen, Signaltechnik und Sicherheitssystemen. Danach muss die gesamte Anlage getestet und abgenommen werden.
Die Inbetriebnahme ist für 2032 vorgesehen. Bis dahin bleibt der bestehende Brennerkorridor mit seinen Steigungen und Kapazitätsgrenzen für den Güterverkehr entscheidend.
Der eigentliche Basistunnel ist 55 Kilometer lang. Zusammen mit einem Teil der bestehenden Innsbrucker Eisenbahnumfahrung entsteht eine 64 Kilometer lange unterirdische Verbindung. Damit soll eine weitgehend flache Bahnstrecke zwischen Innsbruck und Franzensfeste geschaffen werden. Güterzüge können dadurch länger und schwerer geführt werden als auf der heutigen Bergstrecke.
Die EU erwartet, dass über den Tunnel langfristig bis zu 50 Millionen Tonnen Güter pro Jahr transportiert werden können. Ob dieses Volumen tatsächlich erreicht wird, hängt aber nicht nur vom Tunnel ab. Entscheidend sind auch die Zulaufstrecken in Österreich, Deutschland und Italien, verfügbare Zugtrassen, Terminalkapazitäten und konkurrenzfähige Bahnpreise.
Für Schweizer Speditionen ist der Brenner sowohl ein ergänzender als auch ein konkurrierender Alpenkorridor. Verkehre zwischen Süddeutschland, Österreich und Norditalien könnten stärker über den Brenner geführt werden. Für andere Relationen bleiben der Gotthard- und der Lötschbergkorridor weiterhin günstiger.
