n den deutschen Seehäfen steigt das Risiko von Warnstreiks. Die Friedenspflicht in der laufenden Tarifrunde endet mit Ablauf des 30. Juli 2026. Friedenspflicht bedeutet: Während dieser Frist dürfen die Tarifparteien keine Arbeitskämpfe durchführen. Ab dem 31. Juli kann ver.di die Beschäftigten grundsätzlich zu Warnstreiks aufrufen.
Die Tarifrunde betrifft rund 11.000 Beschäftigte in Hamburg, Bremen und Bremerhaven sowie in Emden, Brake und Wilhelmshaven. Ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Stundenlohn, mindestens jedoch 2,50 Euro zusätzlich pro Stunde. Mit dem Mindestbetrag sollen vor allem die unteren und mittleren Lohngruppen stärker profitieren. e Verhandlungsrunde am 22. Juli in Bremen endete ohne Einigung. Nach Angaben von ver.di lag das Angebot der Arbeitgeber deutlich unter den Erwartungen der Gewerkschaft. Konkrete Zahlen zum Arbeitgeberangebot wurden in der offiziellen Mitteilung nicht genannt.
Noch ist kein Warnstreik beschlossen oder angekündigt. Die Lage kann sich aber kurzfristig ändern. Die nächste Verhandlungsrunde findet erst am 5. und 6. August in Bremerhaven statt. Damit besteht ein Zeitfenster von mehreren Tagen, in dem ver.di mit Arbeitsniederlegungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen könnte. Logistik hängt die Auswirkung davon ab, welche Betriebe und Schichten bestreikt werden. Möglich sind Verzögerungen beim Löschen und Laden von Schiffen, geschlossene Terminal-Gates, verschobene Bahnabfertigungen und Probleme bei der Containerübergabe an Lkw.
Auch kurze Warnstreiks können Nachwirkungen über mehrere Schichten haben. Verpasste Schiffs-Cut-offs, verlorene Lkw-Slots oder stehen gebliebene Container lassen sich nicht immer sofort nacharbeiten.
