Die Europäische Union und die Philippinen haben am 22. September 2026 bei ihren Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen eine substanzielle Einigung erreicht. Das ist ein wichtiger Schritt, aber noch kein fertiger Vertrag. Der genaue Text muss nun bereinigt, anschliessend unterzeichnet und auf beiden Seiten ratifiziert werden.
Für die Praxis heisst das: Heute können noch keine neuen Zollpräferenzen beansprucht werden. Die Philippinen profitieren bei vielen Waren bereits vom EU-Präferenzsystem GSP+. Ein umfassendes Abkommen dürfte den Marktzugang aber breiter und langfristig berechenbarer machen. Die EU nennt für 2025 einen Warenhandel von 17,6 Milliarden Euro. Wichtige Verkehre betreffen Elektronik, Maschinen, Agrarprodukte und weitere Konsumgüter.
Für Spediteure könnten zusätzliche See- und Luftfrachtmengen zwischen Südostasien und Europa entstehen. Entscheidend werden die später veröffentlichten Zollabbaupläne und Ursprungsregeln. Nur Waren, welche diese Regeln erfüllen und korrekt nachgewiesen werden, erhalten einen Vorzugszoll. Ein Versand aus einem Drittland über Manila reicht dafür nicht.
Firmen sollten das Abkommen daher beobachten, aber noch keine Zollersparnis in Angebote einrechnen. Sinnvoll ist es, schon jetzt Warenlisten, Zolltarifnummern und Lieferantennachweise zu ordnen. So lässt sich nach dem Inkrafttreten schneller prüfen, wo wirklich ein Vorteil entsteht.
