Am 6. September 2026 ist am Miami International Airport ein Frachtflugzeug über das Ende der Landebahn hinausgeschossen. Betroffen war Flug 7598 von 21 Air. Die Boeing 767-300 kam aus San Juan in Puerto Rico und transportierte Fracht für das Netzwerk von Amazon Air.
Der Frachter überrollte bei der Landung die Piste 30. Danach traf das Flugzeug Navigationsanlagen und einen Van auf dem Flughafengelände. In diesem Fahrzeug sassen sieben Mitarbeitende einer Firma, die Flugzeuge reinigt. Anschliessend durchbrach die Boeing einen Zaun und kollidierte ausserhalb des Flughafens mit einem weiteren Fahrzeug.
Alle fünf Todesopfer befanden sich nach Angaben der Behörden im Van. Weitere fünf Menschen wurden verletzt. Der Pilot und der Copilot konnten das Spital inzwischen verlassen.
Die US-Unfallbehörde NTSB untersucht den Unfall. Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder aus dem Cockpit wurden geborgen und zur Auswertung gebracht. Die Ermittler prüfen unter anderem den Ablauf der Landung, die Flugzeugtechnik, die Wetterdaten, die Flugsicherung und die Sicherheitseinrichtungen des Flughafens.
Das bedeutet nicht, dass einer dieser Punkte bereits als Ursache feststeht. Genau das muss die Untersuchung erst zeigen. Auch das Vertragsverhältnis zwischen Amazon und 21 Air soll angeschaut werden. Amazon organisiert sein Luftfrachtnetz nämlich mit mehreren externen Fluggesellschaften. Betreiber des Flugzeugs und verantwortlich für den Flugbetrieb war in diesem Fall 21 Air.
Der Unfall hatte direkte Folgen für den Betrieb in Miami. Zunächst wurden sämtliche Pisten geschlossen. Am 8. September waren laut AP noch zwei der vier Landebahnen gesperrt. Bereits am Unfalltag gab es rund 160 Flugausfälle und mehr als 300 Verspätungen. Auch am Folgetag fielen weitere Flüge aus.
Für die Luftfracht zeigt der Fall einmal mehr: Ein einzelner Zwischenfall kann an einem grossen Frachtflughafen sehr schnell Slots, Anschlüsse und Abfertigungspläne durcheinanderbringen.