Hapag-Lloyd baut seine Position im Hafen Rotterdam weiter aus. Die deutsche Reederei hat mit APM Terminals vereinbart, 25 Prozent am hochautomatisierten Terminal Maasvlakte II zu übernehmen.
Der Kauf ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Zuerst müssen die zuständigen Behörden und Regulierer zustimmen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekanntgegeben. APM Terminals bleibt auch nach dem Einstieg von Hapag-Lloyd für den Betrieb verantwortlich.
Der Standort ist für Hapag-Lloyd besonders wichtig, weil Maasvlakte II zu den zentralen europäischen Umschlagplätzen der Gemini Cooperation gehört. Gemini ist die seit 2025 bestehende Zusammenarbeit von Hapag-Lloyd und Maersk. Das System setzt stark auf wenige grosse Drehkreuze, von denen Container mit kleineren Schiffen, Bahn, Barge oder LKW weiterverteilt werden.
Gleichzeitig wird Maasvlakte II kräftig ausgebaut. Weitere 1’000 Meter Tiefwasser-Kai sollen entstehen. Damit wächst die gesamte Deep-Sea-Kailänge auf rund 2’000 Meter. Zusätzlich kommen mehr Stellfläche, vier weitere Bahngleise und zusätzliche automatische Fahrzeuge und Geräte dazu. Die Kapazität soll damit langfristig auf rund 5,4 Millionen TEU pro Jahr steigen.
Interessant ist der Deal auch aus einem anderen Grund. Die grossen Reedereien investieren seit Jahren nicht mehr nur in Schiffe. Sie kaufen sich zunehmend bei Terminals, Logistikfirmen und anderen Teilen der Transportkette ein.
Für Hapag-Lloyd bedeutet die Beteiligung vor allem eines: langfristig gesicherte Terminalkapazität in einem der wichtigsten europäischen Containerhäfen.
Für andere Reedereien und unabhängige Spediteure wird interessant sein, wie sich diese stärkere Verflechtung entwickelt. Hinweise darauf, dass andere Linien am Terminal benachteiligt werden sollen, gibt es derzeit nicht. APM Terminals betont ausdrücklich, dass Maasvlakte II für alle Kunden leistungsfähig bleiben soll.
