Im italienischen Güterverkehr stehen mehrere Arbeitsniederlegungen dicht hintereinander an. Den Anfang macht Kalabrien: Der Transportverband Fedralog Calabria hat für seine angeschlossenen Unternehmen einen 120-stündigen Stopp im gewerblichen Strassengüterverkehr angekündigt. Er soll am Freitag, 9. Oktober 2026, um 00.01 Uhr beginnen und am Dienstag, 13. Oktober, um 24.00 Uhr enden.
Der Protest richtet sich unter anderem gegen hohe Betriebskosten und Kraftstoffpreise. Wichtig: Es handelt sich nicht um einen kompletten Stillstand aller Lastwagen in Italien. Betroffen sind teilnehmende Unternehmen in Kalabrien. Trotzdem können fünf Tage Ausfall schnell zu Rückstau bei Abholungen, Zustellungen und Fähranschlüssen führen.
Direkt danach folgt der Bahnstreik bei SBB Cargo Italia. Die Gewerkschaft ORSA Ferrovie hat das Personal des Unternehmens landesweit von Dienstag, 13. Oktober, 06.00 Uhr, bis Mittwoch, 14. Oktober, 05.59 Uhr zum Streik aufgerufen. Wagen und Züge können dadurch verspätet bereitgestellt, umgeleitet oder ganz gestrichen werden.
Am 14. Oktober kommt in der Toskana ein regionaler Generalstreik hinzu. Für den normalen Bahnverkehr nennt das offizielle Register das Fenster 09.01 bis 17.00 Uhr. Beim Schienengüterverkehr ist aber die gesamte Arbeitsschicht betroffen. Der Luftverkehr ist ausdrücklich ausgenommen.
Für Verkehre nach Süditalien ist die Kette heikel. Ein Lkw, der in Kalabrien nicht abgeholt wird, verpasst womöglich die Fähre oder den Bahnslot. Nach Ende des Stopps laufen dann viele Sendungen gleichzeitig an. Auch Nord-Süd-Verbindungen können wegen des SBB-Cargo-Streiks und der Toskana-Aktion ins Rutschen kommen.
Die Streiks sind angekündigt und im offiziellen italienischen Register erfasst. Kurzfristige Absagen oder Änderungen sind trotzdem möglich. Darum sollten Disponenten vor Abfahrt nochmals beim Frachtführer, Terminal und Bahnoperator nachfragen.
