Russland hat nach einer teilweisen Lockerung seines Exportverbots wieder Diesel verschifft. Reuters berichtete am 15. Oktober, dass im Ostseehafen Primorsk erneut Exportladungen abgefertigt wurden. Die Agentur verweist dafür auf Schiffsdaten des Finanzdatenanbieters LSEG.
Eine am 13. Oktober geladene Menge von rund 40'000 Tonnen schwefelarmem Diesel war demnach Richtung Marokko unterwegs. Die teilweise Aufhebung des Verbots gilt laut Bericht seit 10. Oktober. Der Kreml stellte die Lieferungen als Beitrag zur Beruhigung des Energiemarktes dar. Das ist eine politische Bewertung, kein nachgewiesener Preiseffekt. (Quelle: Reuters bei AOL)
Für Transportunternehmen ist zusätzlicher Diesel am Weltmarkt grundsätzlich eine relevante Marktinformation. Ob daraus tiefere Einkaufspreise entstehen, hängt jedoch auch von Transport, Nachfrage, Steuern und der jeweils zulässigen Bezugsquelle ab. Ein einzelner Tanker ist noch kein belastbarer Beleg für eine dauerhafte Entspannung.
Verlader sollten deshalb bestehende Treibstoffklauseln weiter anhand der vereinbarten Preisgrundlage anwenden. Bei einem angebotenen Bezug russischer Ware müssen die geltenden Sanktionen und die gesamte Lieferkette geprüft werden. Der Neustart des Exports in Russland hebt ausländische Beschränkungen nicht automatisch auf. Für die Kalkulation zählt der tatsächlich verfügbare und rechtlich zulässige Dieselpreis am eigenen Einkaufsort.